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Wirtschaft
Bild Copyright: © pixabay / gemeinfrei

Ardo-Werksschließung: Turnovszky warnt vor Folgen für Marchfeld

17.10.2026 16:07
Österreich/Umwelt/Ackerbau/Kirche/Soziales/Arbeitnehmer/Arbeitslosigkeit/Wirtschaft-Finanzen/Agrar/Nahrungsmittelindustrie/Lebensmittel/Turnovszky
Weihbischof sieht Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Umwelt gefährdet
Wien, 17.10.2026 (KAP) Die geplante Schließung des Tiefkühlgemüsewerks von Ardo in Groß-Enzersdorf ist ein Verlust für die regionale Landwirtschaft, die Versorgungssicherheit und die Umwelt und "bringt eine Menge Verlierer hervor": Das hat der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress betont. Der Bischofsvikar des "Vikariates Nord - Unter dem Manhartsberg" und somit für die Region Marchfeld zuständig hofft, dass "es den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen gelingt, eine bessere Lösung als eine Schließung und Demontage zu finden".

Die Schließung des Tiefkühlgemüsewerks ist für Ende August 2027 geplant. Betroffen sind laut Medienberichten 190 Beschäftigte sowie 50 Leiharbeitskräfte. Nach Unternehmensangaben hat Ardo 2025 in Niederösterreich die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, zählt 500 Mitgliedsbetriebe.

Der Weihbischof kritisierte insbesondere die möglichen Folgen für die regionale Gemüseverarbeitung. Die Gemüsebauern im Marchfeld würden durch die angekündigte Schließung der Fabrik nicht nur einen beträchtlichen Anteil ihres Absatzmarktes verlieren, sondern auch viele Arbeitsplätze und Produktionsstandorte. Auch der Staat Österreich würde "an Versorgungssicherheit und Autarkie" einbüßen, so Turnovszky.

Als großen Verlierer bezeichnete er auch die Umwelt: "Denn wenn Gemüse nicht vor den Toren des Wiener Absatzmarktes tiefgefroren wird, sondern per LKW durch halb Europa transportiert werden soll, geht das zulasten des Gemeinwohls." Und weiter: "Ich hoffe und bete, dass es den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen gelingt, eine bessere Lösung als eine Schließung und Demontage zu finden."

Ardo begründete die geplante Schließung mit der strukturellen Unrentabilität des Werks. Die operativen Verluste des österreichischen Geschäfts würden seit mehreren Jahren von der Ardo-Gruppe getragen, hieß es vonseiten des Unternehmens. Staatliche Unterstützungen könnten die strukturellen Probleme nicht lösen. Ein Hilfs- und Subventionspaket von Bund und Land hatte Ardo zuvor abgelehnt. Unterdessen wurde eine Online-Petition zum Erhalt des Marchfelder Tiefkühlgemüses gestartet; am Samstag (17. Oktober) waren dafür bereits rund 88.000 Unterschriften verzeichnet.

Verhandlungen über Sozialplan laufen

Die nächste Verhandlungsrunde mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan ist für 23. Oktober angesetzt. Ardo zufolge wird die große Mehrheit der Beschäftigten noch sechs bis neun Monate, ein Teil auch bis zu einem Jahr im Unternehmen tätig sein können. Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE hatte ein bisheriges Angebot als "völlig unzureichend" kritisiert.
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