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Ukraine dankt Papst für Aufruf zur Waffenruhe in Frontstadt

17.10.2026 19:31
Ukraine/Vatikan/Konflikte/Krieg/Regierung/Papst/Krieg/Regierung/Papst
1.700 Mensch in ukrainischer Frontstadt Oleschky gefangen - Außenminister Sybiha: "Der einzige Fluchtweg ist vermint und wird von Kampfdrohnen überwacht"
Kiew , 17.10.2026 (KAP/KNA) Die ukrainische Regierung begrüßt Papst Leos XIV. Forderung nach einem Waffenstillstand für die von russischen Truppen besetzte südukrainische Frontstadt Oleschky. Er wolle Papst Leo XIV. persönlich dafür danken, dass er Kremlchef Wladimir Putin zu einer Waffenruhe in Oleschky aufgerufen habe, damit humanitäre Hilfe geliefert werden könne, schrieb Außenminister Andrij Sybiha am Samstag auf der Plattform X wie die deutsche Nachrichtenagentur KNA berichtet. Die Menschen in der großenteils zerstörten Kleinstadt bräuchten zum Überleben keine bloßen Bekundungen der Besorgnis, sondern sofortige Taten.

Etwa 1.700 Menschen seien in Oleschky gefangen, so Sybiha. "Der einzige Fluchtweg ist vermint und wird von Kampfdrohnen überwacht." Wer versuche zu fliehen, riskiere, getötet zu werden. Seinen Angaben zufolge gehen dem Krankenhaus in der Stadt die Medikamente aus. Der Außenminister warf Russland vor, Oleschky in eine "Todesfalle" verwandeln zu wollen.

Der Papst hatte am Freitag noch aus der römischen Gemelli-Klinik mit Putin telefoniert und seine tiefe Besorgnis über die "ernste humanitäre Lage" in Oleschky zum Ausdruck gemacht, wie der Vatikan mitteilte. Leo XIV. rief zu einem Waffenstillstand auf, um die Bereitstellung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie eine freiwillige und sichere Evakuierung der belagerten Stadt zu ermöglichen. Zudem bekräftigte er das Engagement des Heiligen Stuhls für die Förderung von Dialog und Frieden. Leo XIV. verließ am Samstag die Klinik in Rom, in der ihm am Dienstag ein bösartiger Lungentumor entfernt wurde.

Putin unterstützte in dem Gespräch mit dem Papst laut Kremlangaben die "Absicht des Vatikans, zur Schaffung von Bedingungen für die Sicherheit der Bevölkerung der Stadt und für die Organisation lebenswichtiger Lieferungen beizutragen". Eine Feuerpause für Oleschky kündigten allerdings bisher weder Moskau noch Kiew an.

Zu dem Telefonat mit Putin kam es Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zufolge auf Initiative des Papstes. Dass Putin den Anruf angenommen und mit dem katholischen Kirchenoberhaupt gesprochen habe, lasse darauf hoffen, dass die Papstbitte nach einem Waffenstillstand für Oleschky "tatsächlich umgesetzt wird", sagte Parolin laut Vatican News am Freitagabend.

Beide Kriegsparteien machen sich gegenseitig für die verheerende humanitäre Lage in der Frontstadt verantwortlich. Sie liegt rund zehn Kilometer östlich von Cherson. Während die russischen Truppen im Herbst 2022 aus dem zuvor im März eroberten ukrainischen Cherson abzogen, wird Oleschky weiter von der russischen Armee belagert. Putin hatte im Februar 2022 den Befehl zur russischen Vollinvasion in der Ukraine gegeben.
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