Erzbischof Lackner im Salzburger Dom: "Wir haben in dieser bunten Verschiedenheit eine gemeinsame Mission" - Weltmissionssonntag wurde 1926 von Papst Pius XI. eingeführt
Salzburg/Linz, 18.10.2026 (KAP) Mit Gottesdiensten und Spendenaktionen hat die katholische Kirche am Sonntag (18. Oktober) den 100. Weltmissionssonntag begangen. "Wir haben in dieser bunten Verschiedenheit eine gemeinsame Mission", sagte Erzbischof Franz Lackner in seiner Predigt im Salzburger Dom. Ausgehend vom weltweiten Bischofstreffens in Rom über Ehe und Familie in Rom (7. bis 14. Oktober) beschrieb Lackner die Kirche als große Familie, die trotz kultureller und sprachlicher Vielfalt durch den Glauben an Christus geeint ist. Österreichs Bischofskonferenz-Vorsitzender Lackner nahm am Bischofstreffen teil.
Zugleich unterstrich der Erzbischof, dass der Glaube zu konkretem Handeln verpflichtet. Angesichts von Krieg, Armut und gesellschaftlichen Krisen seien Christinnen und Christen aufgerufen, Hoffnung zu schenken, Frieden zu leben und Menschen in Not beizustehen. Lackner strich besonders das Leid der Menschen in der Ukraine hervor sowie die weltweite Armut und den mangelnden Zugang zu Bildung. Positiv würdigte der Salzburger Erzbischof die Arbeit von Missio und anderen kirchlichen Hilfswerke, die weltweit tätig sind.
Dass Mission auch mit kleinen Gesten beginnen kann, daran hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer in seiner Predigt zum Weltmissionstag verwiesen. Als Beispiele nannte er ein "offenes Ohr, ein Wort des Trostes, eine Versöhnung oder eine liebevolle Antwort auf eine längst vergessene Nachricht". Und weiter: "Oft sind es gerade diese kleinen Gesten, durch die Gott Herzen berührt."
Missionarinnen und Missionare würden "in fernen Regionen der Welt unter oft schwierigen Bedingungen" taufen, Sakramente feiern, Schulen oder Krankenstationen bauen. "Sie sind für viele Menschen das erste und oft einzige sichtbare Gesicht der Kirche", so Scheuer im Linzer Mariendom. Mision sei aber letztlich die Berufung jedes Getauften. "Jeder Christ, jede Christin ist eine Mission", erinnerte Scheuer an Papst Franziskus und dessen Apostolische Schreiben Evangelii Gaudium (2023).
Über den Weltmissionstag
Der Weltmissionssonntag wurde 1926 von Papst Pius XI. eingeführt. Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) sammeln rund um den Aktionstag weltweit - auch in Ländern des Globalen Südens - für die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in den ärmsten Diözesen. In Österreich ist an den Sonntagen des "Monats der Weltmission" rund um den 18. Oktober besonders die missio-Jugendaktion weit verbreitet: An Kirchenausgängen und bei anderen Gelegenheiten werden insgesamt 460.000 Packungen fair gehandelte Schokolade sowie "Happy Blue Chips" meist gegen eine Spende angeboten.
Das Schwerpunktland des heurigen Jahres ist Äthiopien, wo kirchliche Projektpartner Frauen, Kinder und andere besonders benachteiligte Menschen unterstützen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hilfe für Gewaltopfer, Bildungsprojekte und der Schutz von Mädchen vor Ausbeutung und Diskriminierung.