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Bischof Glettler sendet für die Seelsorge
Glaube
Bild Copyright: © Diözese Innsbruck / Sigl

Glettler: Seelsorge stärkt Vertrauen in Spannungssituationen

19.10.2026 15:13
Österreich/Kirche/Berufung/Beruf/Religion/Gesellschaft
Innsbrucker Bischof bei Sendungsfeier für Pastorale Berufe und für den Religionsunterricht: Kirchliche Mission viele Jahre mit Freude und Zuversicht leben - Bischof Scheuer bei Sendungsfeier in Linz: Authentisch sein und Freundschaften mit "anderen" fördern
Innsbruck/Linz, 19.10.2026 (KAP) Auf viele "Spannungsfelder", inmitten derer die Kirche ihre Mission der Verkündigung der Frohbotschaft Jesu verwirklichen muss, hat Bischof Hermann Glettler am Sonntag bei einer Sendungsfeier im Innsbrucker Dom für neue Mitarbeiterinnen im pastoralen Dienst und im Religionsunterricht hingewiesen. Die offizielle Sendung bringe zum Ausdruck, dass der pastorale Dienst "nicht nur ein Job, sondern kirchlicher Auftrag" sei, und sie bekundige zugleich den Rückhalt durch die Diözese und den Bischof. "Ihr werdet gesendet, um andere zu befähigen, in Spannungsfeldern vertrauensvoll zu leben", sagte Glettler.

Konkret erwähnte der Innsbrucker Bischof die Spannungen "zwischen der Suche nach privatem Glück und zugleich einer Verpflichtung für das Wir", weiters "zwischen wertvoller kirchlicher Tradition und einer notwendigen Bereitschaft für Veränderungen" und zwischen einem "offiziellen Funktionieren-Müssen und dem, wie es einem oft innerlich geht". Auch zwischen einer "tiefen Besorgnis angesichts der weltweiten Krisen und einer notwendigeren Zuversicht" bestünden Spannungen mit Konfliktpotenzial. In der Seelsorge tätige Menschen müssten derartige Spannungen "geistvoll aushalten".

Glettler nannte mehrere Hilfen im Umgang mit diesen Spannungen, die zugleich Inspiration und Schutz vor Verhärtung und Resignation seien. In der Seelsorge Tätige sollten sich um das Leben einer geistlichen Erfahrung bemühen, um "innere Verbundenheit mit dem Herzschlag Gottes" durch "persönliche, herzhafte Beziehung" mit Jesus Christus sowie um das Bestreben, "eine Gemeinschaft aufzubauen, bei Jugendlichen und im Altersheim". Um der Gefahr von "Wichtigtuerei" zu entkommen, sei der Verweis auf Christus und der bewusste Dienst an den Menschen und ihren Lebensherausforderungen hilfreich. Hilfreich sei auch, sich von anderen begleiten zu lassen.

Der Bischof bezeichnete zudem das Wort Gottes als "Fundament jeder kirchlichen Sendung" und würdigte die sehr unterschiedlichen Berufs- und Bildungswege der Gesendeten. Die acht an der Innsbrucker Feier teilnehmenden Frauen sind laut Auskunft der Diözese in verschiedensten pastoralen und kirchlichen Diensten tätig, weiters in Pfarren und Seelsorgeräumen, im Religionsunterricht und in der Altenheimseelsorge sowie in der Katholischen Jugend und in den Fachbereichen Frauen, Ehe und Familie.

Freundschaft auch mit Andersdenkenden

Auch in Linz gab es am Sonntag eine große Sendungsfeier: 26 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Religion wurden im Dom von Bischof Manfred Scheuer für ihren Dienst gesendet und erhielten als öffentliches Zeichen ein Sendungsdekret und eine Bibel überreicht. Scheuer widmete seine Predigtgedanken der Freundschaft und dem Bestreben von Jugendlichen, einen Platz fürs Leben zu haben und dabei Bezugspersonen zu finden; die Religionslehrkräfte sollten sie dabei unterstützen, ihnen Anerkennung bieten und zusagen: "Du kannst etwas, wir brauchen dich, du gehörst dazu."

Wenn er Jugendliche danach frage, was ihnen wichtig sei, "erhalte ich als Antwort: Familie, Hobbys, Sport, Musik, eine sichere Zukunft", zählte der Bischof auf. Am allerwichtigsten seien jedoch häufig die Freunde. "Ein Freund ist einer, der mich durch und durch kennt und trotzdem zu mir steht. Und es ist das Urbedürfnis, dass da jemand ist, der mich mag", fasste Scheuer zusammen. Jugendliche suchten vor allem "authentische Menschen".

Er halte es für wichtig, Freundschaften "nicht nur in der eigenen Blase" zu pflegen, befand Scheuer. Für das eigene Leben, aber auch für das Zusammenleben einer Gesellschaft sollte man Freundschaften auch mit "anderen", "fremden", "ungleichen" Menschen knüpfen und pflegen, so der Bischof, der hier auf den Philosophen Ivan Illich verwies. "Habe ich Freunde unter Künstlern und aus anderen Milieus, Freunde unter den Armen und Menschen mit Beeinträchtigung, aus anderen Ideologien, Kulturen und Religionen? Habe ich Freunde unter Atheisten und Agnostikern, Freundschaft mit Juden und Muslimen, mit evangelischen und orthodoxen Christen?"

In der Demokratie hätten persönliche Beziehungen und Freundschaften eine große Bedeutung für Brückenschläge verschiedener ideologischer Ausrichtungen, befand Scheuer, der schließlich auch von der Freundschaft zu Gott und Jesus sprach: "Im Glauben nimmt der Christ teil an der Vorliebe Gottes für Mensch und Welt. Glaube als freie Antwort auf die Selbstmitteilung Gottes ist der Mitvollzug dieser Option Gottes für Mensch und Welt." Die Kraft der Entscheidung für das Reich Gottes zeigt sich im "Mut zum Nein gegenüber Götzen, gegenüber kollektiven Egoismen, zerstörenden Mächten, Ungerechtigkeit und Unterdrückung", betonte Scheuer.
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