Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
19.10.202620:32
Vatikan/Ukraine/Russland/Papst/Diplomatie/Krieg
Schon am Freitag hatte Leo XIV. in einem Telefonat mit Russlands Staatschef Putin zu einer humanitären Feuerpause für Oleschky aufgerufen
Vatikanstadt, 19.10.2026 (KAP) Nach seinem Telefonat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin vom Freitag hat Papst Leo XIV. am Montag auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die ernste humanitäre Lage in der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky gesprochen. Das gab der Vatikan am Abend bekannt. Leo XIV. habe in dem Gespräch auch auf die bereits an Putin herangetragene Bitte um eine humanitäre Feuerpause verwiesen, hieß es in der Mitteilung.
Der Papst hoffe, dass eine beidseitige Kooperation die Bereitstellung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie eine freiwillige und sichere Evakuierung der belagerten Stadt gewährleisten könne. Abschließend bekräftigte der Papst das Engagement des Heiligen Stuhls für Dialog und Frieden, so der Vatikan.
Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage in Oleschky. Noch aus dem römischen Gemelli-Krankenhaus hatte Leo XIV. am Freitag im Telefonat mit dem russischen Präsidenten Putin und seine tiefe Besorgnis über die Lage in der großenteils zerstörten Kleinstadt in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht und zu einer Waffenruhe für Oleschky aufgefordert.
Das Telefonat mit Putin war nach Angaben des päpstlichen Chefdiplomaten Kardinal Pietro Parolin auf Initiative des Papstes zustande gekommen. Dass Putin den Anruf angenommen und mit dem katholischen Kirchenoberhaupt gesprochen habe, lasse darauf hoffen, dass die Papstbitte nach einem Waffenstillstand für Oleschky "tatsächlich umgesetzt wird", sagte Parolin laut "Vatican News" am Freitagabend.
Der Kreml in Moskau teilte später mit, dass Putin in dem Gespräch mit dem Papst die "Absicht des Vatikans, zur Schaffung von Bedingungen für die Sicherheit der Bevölkerung der Stadt und für die Organisation lebenswichtiger Lieferungen beizutragen" unterstützt habe. Eine Feuerpause für Oleschky wurde bisher allerdings nicht angekündigt.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dankte Leo XIV. am Samstag via X für den an Putin gerichteten Aufruf zu einer humanitären Feuerpause für Oleschky. Gleichzeitig betonte er, dass die Menschen in der großenteils zerstörten Kleinstadt zum Überleben sofortige Taten bräuchten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland in Oleschky etwa 1.700 Menschen fest. Sybiha warf Russland vor, Oleschky in eine "Todesfalle" verwandeln zu wollen.
Beide Kriegsparteien machen sich gegenseitig für die verheerende humanitäre Lage in der Kleinstadt rund zehn Kilometer östlich von Cherson verantwortlich. Während die russischen Truppen im Herbst 2022 aus dem zuvor im März eroberten ukrainischen Cherson abzogen, wird Oleschky weiter von der russischen Armee belagert. Putin hatte im Februar 2022 den Befehl zur russischen Vollinvasion in der Ukraine gegeben.
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