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Rudolf Millonig (1927-2026)
Kultur
Bild Copyright: © Jugend Eine Welt

Tiroler Sakralkünstler Rudolf Millonig im 100. Lebensjahr gestorben

20.10.2026 12:44
Österreich/Bildhauerei/Kunst/Religion/Tod/Entwicklungshilfe/Hilfsorganisation
Bildhauer schuf Werke für mehr als 40 Kirchen im In- und Ausland - Langjähriger Unterstützer von Bildungsprojekten des Hilfswerks Jugend Eine Welt
Innsbruck, 20.10.2026 (KAP) Der Tiroler Bildhauer und Sakralkünstler Rudolf Millonig ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Er sei am vergangenen Freitag friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen, teilten die Diözese Innsbruck und das Hilfswerk Jugend Eine Welt am Dienstag mit. Millonig galt als einer der bedeutenden Tiroler Vertreter der Sakralkunst. Neben seinem künstlerischen Schaffen engagierte er sich über viele Jahre für Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit.

"Er hinterlässt ein Lebenswerk, das weit über die Grenzen Tirols hinaus strahlt", würdigte Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, den Verstorbenen. Mit einem Teil der Verkaufserlöse seiner Werke habe Millonig die Arbeit der Organisation unterstützt. Die Spenden kamen unter anderem Bildungsprojekten in Bethlehem zugute. Heiserer betonte, dass Millonig damit über die Kunst hinaus einen Beitrag für benachteiligte junge Menschen geleistet habe.

Millonig wurde am 23. März 1927 in Hall in Tirol geboren und entstammte einer Künstlerfamilie. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Innsbruck studierte er zwei Semester an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Franz Santifaller. Seit 1950 lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Innsbruck-Hötting.

Sein Werk umfasste vor allem sakrale Plastiken, Altäre, Reliefs und Krippenfiguren. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen der Silbersarkophag des heiligen Pirminius in der Innsbrucker Jesuitenkirche aus dem Jahr 1954, der gemeinsam mit seinem Bruder Helmut gestaltete Franziskusbrunnen in Wattens sowie der Kreuzweg in der Pfarrkirche Reutte. Auch die Altäre der neuen Höttinger Pfarrkirche und jene der Wallfahrtskirche Maria Schmolln im Innviertel stammen von ihm. Insgesamt sind die Werke Millonigs in mehr als 40 Kirchen im In- und Ausland zu finden, darunter auch in den USA, Kanada, Bolivien, Frankreich, Belgien, Holland und Schweden.

Der persönliche Glaube bildete einen zentralen Ausgangspunkt von Millonigs Arbeit. Der Bildhauer wollte religiöse Inhalte durch Schönheit und handwerkliche Gestaltung zum Ausdruck bringen. Auch im hohen Alter blieb er künstlerisch tätig. In seinem Atelier fertigte er bis zuletzt Holzplastiken, Krippenfiguren, Reliefs mit biblischen Szenen und Bronzeskulpturen an. "Ich kann's halt nicht lassen", sagte er bei einem seiner letzten Atelierbesuche.

Jugend Eine Welt plant, Millonigs Werk im März 2027 anlässlich seines 100. Geburtstags mit einer Ausstellung in Innsbruck zu würdigen. Dabei soll auch an sein langjähriges soziales Engagement erinnert werden. (Ausstellungskatalog von noch kaufbaren Werken der letzten Jahre unter: www.jugendeinewelt.at/millonig)
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