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Indien: Bezirksbehörde verhindert Priesterweihe

20.10.2026 12:50
Indien/Religionsfreiheit/Kirche/Konflikte/Gesetze/Orden
Sorgen über weiter zunehmenden Druck auf christliche Gemeinden und Einschränkungen der Religionsfreiheit im Bundesstaat Chhattisgarh
Rom/Neu-Delhi, 20.10.2026 (KAP) Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh, wo seit einigen Monaten ein umstrittenes Anti-Konversionsgesetz gilt, haben staatliche Behörden die geplante Priesterweihe eines Jesuiten verhindert. Die örtliche Bezirksverwaltung habe von dem Ordensmann Dokumente verlangt, die die Rechtmäßigkeit seiner Konversion zum Christentum belegen sollen, die bereits 1995 erfolgte, meldete "Vatican News" (Dienstag) unter Berufung auf einen Bericht des Online-Portals "AsiaNews". Der Vorfall in der Pfarre Dhanwar im Distrikt Balrampur verstärkt demnach die Sorgen der Kirche über zunehmenden Druck auf christliche Gemeinden und Einschränkungen der Religionsfreiheit.

Laut dem katholischen Erzbischof von Raipur, Victor Thakur, begannen die Schwierigkeiten, nachdem die örtliche Polizeistation über die bevorstehende Priesterweihe informiert worden war. Zwei Personen legten daraufhin Beschwerde ein, da sie befürchteten, die Feier könnte weitere Angehörige der indigenen Kodaku-Gemeinschaft zum Übertritt zum Christentum bewegen. Die Behörden forderten die Pfarre daraufhin auf, die Weihe abzusagen oder zu verschieben, bis entsprechende Nachweise vorlägen.

Christliche und nichtchristliche Einwohner des Dorfes reagierten nach kirchlichen Angaben mit Unverständnis. Zeitweise erwogen sie, vor der Bezirksverwaltung zu protestieren. Die Jesuiten und der Pfarrgemeinderat riefen jedoch zur Ruhe auf und erklärten sich bereit, die Priesterweihe vorläufig zu verschieben. Wann die Feier nachgeholt werden kann, ist bislang unklar.

Der betroffene Jesuit legte nach Angaben von "AsiaNews" seine Taufurkunde vor und verwies darauf, dass seine Familie bereits 1995 zum Christentum übergetreten sei. Dies sei lange vor Inkrafttreten der Antikonversionsgesetzgebung des Bundesstaates geschehen.

Kirchliche Vertreter sehen den Vorfall im Zusammenhang mit zunehmenden Spannungen zwischen christlichen Gemeinden und hindu-nationalistischen Gruppen in Chhattisgarh. Immer wieder führen Vorwürfe angeblich erzwungener religiöser Konversionen zu Konflikten.

Im benachbarten Distrikt Dhamtari reagieren einige Kirchengemeinden inzwischen mit ungewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen. An ihren Eingängen hängen Hinweisschilder, die den Zutritt zu Gottesdiensten ausdrücklich Christen vorbehalten. Nach Angaben von Diamond Philus, Generalsekretär des örtlichen Christenforums, sollen diese Maßnahmen die Gemeinden vor Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem "Chhattisgarh Freedom of Religion Bill 2026" schützen.

Vor dem Obersten Gericht im Bundesstaat Chhattisgarh ist eine Klage gegen das im April beschlossene Anti-Konversionsgesetz anhängig. Das Gesetz sieht Strafen bis zu lebenslanger Haft für das sehr weit gefasste Delikt des Übertritts zu einer anderen Glaubensgemeinschaft oder Religion durch Zwang, Täuschung oder Anreize vor. Rückkonversionen zum Hinduismus bleiben jedoch straffrei.
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