Gebet und Friedensappell der Weltreligionen ist am 27. Oktober Abschluss und Höhepunkt des internationalen Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant'Egidio - Teilnahme von Papst Leo weiter offen - Kirchenoberhaupt leitet am Mittwoch Generalaudienz auf dem Petersplatz
Assisi/Rom, 20.10.2026 (KAP) Eine Woche vor dem großen Treffen der Weltreligionen in Assisi ist die Teilnahme von Papst Leo XIV. weiter offen. "Für den Moment gibt es keine Neuigkeiten, weder eine Bestätigung noch eine Absage", sagte Bruder Giulio Cesare, Kommunikationschef des Franziskanerklosters in Assisi, am Dienstag der Nachrichtenagentur Kathpress. "Das Treffen findet aber auf jeden Fall statt, auch wenn der Papst nicht kommen sollte", so der Ordensmann. Denkbar sei auch, dass Leo XIV. einen Stellvertreter schicke.
Von Sonntag bis Dienstag (25.-27. Oktober) wird in der mittelitalienischen Stadt der 40. Jahrestag des Gebets der Weltreligionen für den Frieden mit rund 5.000 Menschen begangen. Am Dienstagnachmittag wird Leo XIV. erwartet, um gemeinsam mit 80 Religionsvertretern einen Friedensappell zu verkünden.
General- und Privataudienz am Mittwoch
Der Papst hatte bereits am 6. Oktober sein Kommen zugesagt, doch nach seiner Krebs-OP vom 13. Oktober steht eine weitere Bestätigung aus. Leo XIV. hatte bereits am 6. August Assisi anlässlich eines Jugendtreffens zum 800. Todestag des heiligen Franziskus besucht. Damals war er mit dem Hubschrauber angereist.
Am Mittwoch will der Papst wie gewöhnlich ab 10 Uhr die Generalaudienz auf dem Petersplatz leiten. Zuvor ist eine Privataudienz für Teilnehmer einer vatikanischen Tagung vorgesehen.
380 Personen aus Religion, Kultur, Politik
Zu dem dreitägigen Treffen in Assisi werden insgesamt rund 380 Persönlichkeiten aus Religion, Kultur und Politik aus 53 Ländern erwartet. Am Jahrestag der von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) am 27. Oktober 1986 initiierten Premiere soll Leo XIV. mit dem Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., und Vertretern weiterer Kirchen ein Gebet in der Franziskus-Basilika halten.
Für Muslime, Juden, Hindus, Buddhisten und andere Religionen seien 13 Orte in Assisi vorgesehen, wo sie nach der je eigenen Tradition beten können. Später wird der Papst auf dem Platz vor der Basilika eine Rede halten und gemeinsam mit rund 80 religiösen Führern einen Friedensappell verlesen und unterzeichnen.
Genesung Anfang kommender Woche?
Die Gemeinschaft Sant'Egidio, die das Treffen damals wie heute ebenfalls federführend organisiert, schloss sich Gebetsaufrufen für die Gesundheit des Papstes an. "Wir wünschen ihm von ganzem Herzen eine baldige Genesung, damit er seine universale Sendung in der Kirche und in der Welt mit Kraft und Gelassenheit fortsetzen kann", heißt es auf der Website der Gemeinschaft.
Der Thorax-Chirurge Stefano Margaritora, der dem Papst am 13. Oktober im römischen Gemelli-Spital den rechten unteren Lungenlappen samt bösartigem Tumor entfernt hatte, veranschlagte am Wochenende einen Zeitraum von weiteren rund zehn Tagen bis zur vollständigen postoperativen Genesung von Leo XIV. Bis Dienstagmittag waren noch keine Untersuchungsergebnisse etwa zu Metastasen veröffentlicht; diese könnten weitere Behandlungen erfordern. Für die Südamerikareise von Leo XIV. vom 6. bis 17. November stand eine offizielle Bestätigung ebenfalls noch aus.
Zum 40. Jahrestag des ersten interreligiösen Friedensgebets kommen auch Jugendliche, Flüchtlinge und kirchliche Vertreter aus Österreich - Hoffen auf Teilnahme von Papst Leo XIV.