Patriarchen und Kirchenoberhäupter bekräftigen unsere Unterstützung für Dorfgemeinschaft von Taybeh im Westjordanland: "Werden wie in der Vergangenheit weiterhin alles tun, um die christliche Präsenz an diesem Ort zu bewahren"
Jerusalem/Rom, 20.10.2026 (KAP) Die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem haben in einer gemeinsamen Erklärung die jüngsten Angriffe extremistischer Siedler auf einen Autokonvoi europäischer Diplomaten sowie Bewohner des mehrheitlich christlichen Dorfes Taybeh (Taibeh) im besetzten Westjordanland verurteilt. Es handle sich hierbei nicht um ein isoliertes Ereignis, sondern um systematische Störungen der landwirtschaftlichen Arbeiten während der Olivenernte, halten die Kirchenleitungen laut Vatican News (Mittwoch) fest.
Die Kirchenvertreter betonen die Bedeutung des landwirtschaftlichen Ertrags für die Existenzsicherung der Familien vor Ort und fordern die Strafverfolgungsbehörden zum Durchgreifen auf. "Wir nehmen das Eingreifen der israelischen Polizei und die Festnahmen nach diesem Angriff zur Kenntnis und hoffen, dass diese Aktion ernsthaft und konsequent fortgesetzt wird, ohne eine isolierte Maßnahme zu bleiben", heißt es in der Stellungnahme.
Zwar begrüßen die Jerusalemer Kirchenspitzen die klaren Worte des israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog sowie die Distanzierung mehrerer Rabbiner von religiösen Rechtfertigungen für Eigentumsdelikte, verweisen jedoch auf die fortbestehende Straflosigkeit vieler Täter. Neben der Forderung nach rechtlicher Aufarbeitung appellieren sie an die internationale Gemeinschaft, den Schutz der Zivilbevölkerung und der Solidaritätsgäste im Westjordanland zu gewährleisten.
"Wir bekräftigen unsere volle Unterstützung für die Gemeinschaft von Taybeh und ihre Kirchen; wir werden wie in der Vergangenheit weiterhin alles tun, um die christliche Präsenz an diesem Ort zu bewahren", unterstreichen die Patriarchen und Kirchenoberhäupter.
Am Wochenende hatten maskierte extremistische Siedler im von Israel besetzten Westjordanland Berichten zufolge Palästinenser bei der Olivenernte angegriffen. Dabei wurde am Freitag im Dorf Abu Falah eine US-amerikanische Fotojournalistin der "Washington Post" ungeachtet ihrer Presseweste attackiert und durch Tritte verletzt. Am Samstag griffen Siedler europäische Diplomaten an, die das Dorf Taibeh besuchten.