Wiener Erzbischof bei Sendungsfeier für neue Pastoralassistentinnen: "Jesus preist alle selig, die wach sind" - Aufruf zu "Offenheit für alle Menschen" - Erste Sendung für digitale Seelsorge
Wien, 21.10.2026 (KAP) "Hellwache und aufgeweckte Christinnen und Christen" sollen nach dem Wunsch von Erzbischof Josef Grünwidl die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sein. "Ich wünsche euch, dass ihr nicht zu den katholischen Schlaftabletten gehört", sagte der Wiener Erzbischof am Dienstagabend im Stephansdom bei der Sendung von sieben Frauen und einem Mann in den pastoralen Dienst. Die neuen Pastoralassistentinnen und -assistenten sollten "die Zeit nicht verschlafen". Grünwidl: "Seid Menschen des Aufbruchs, verpasst keine Gelegenheit. Denkt daran: Jesus preist alle selig, die wach sind!"
Der Schlaftabletten-Verweis stammt laut Grünwidl ursprünglich vom ehemaligen Wiener Bischofsvikar Toni Berger. Der 2001 verstorbene einstige Sekretär von Kardinal Franz König hatte bedauert, die Kirche würde die Zeichen der Zeit viel zu spät erkennen und Entwicklungen hinten nach sein.
Die Sendungsfeier stand unter dem Motto "Aufbrechen zu den Menschen in der Nähe und in der Ferne und ankommen bei Gott". Dieser Auftrag gelte allen Getauften: "Wer getauft ist, ist gesendet und berufen, als lebendiger Baustein die Kirche aufzubauen", sagte Grünwidl. Die neu Gesendeten sollten Menschen nicht in Nahestehende und Fernstehende einteilen, sondern auf alle Menschen in Offenheit zugehen. Dabei zitierte der Erzbischof den Kirchenvater Augustinus: "Manche bilden sich ein, dass sie drinnen sind in der Kirche, ganz nahe. Aber in Wahrheit sind sie draußen. Und dann gibt es andere, die befürchten, dass sie draußen sind. Aber in Wahrheit sind sie drinnen, ganz nahe am Evangelium, ganz nahe bei Jesus Christus."
Mit der Sendungsfeier verbinde sich ein doppelter Auftrag, "zum Aufbrechen und Ankommen, zum Dienst an den Menschen und zur Freundschaft mit Jesus Christus", betonte Grünwidl. Er ermutigte die neuen Seelsorgerinnen und den neuen Seelsorger, sich regelmäßig Zeit für Stille und Gebet zu nehmen, auf Gottes Wort zu hören und aus den Sakramenten Kraft zu schöpfen, "damit es nicht zu einem spirituellen Burn-out kommt". "Diese Sendung könnt ihr aber nicht aus eigener Kraft leben. Gelebte Sendung braucht betende Menschen", so der Wiener Erzbischof.
Laut einer Mitteilung der Erzdiözese Wien übernehmen die neuen Pastoralassistentinnen und der neue Pastoralassistent nach ihrer bereits absolvierten theologischen und pastoralen Ausbildung je nach Einsatzort unterschiedliche Aufgaben in der Seelsorge, darunter in der Pfarr-, Kinder- und Jugend- sowie der Krankenhaus- und Pflegeheimpastoral. Mit Antonela Djeno wurde im Rahmen der Sendungsfeier erstmals auch eine digitale Seelsorgerin in das Projekt "die12" gesendet. Sie wird außer im Pfarrverband Schwechat künftig in den sozialen Medien seelsorglich tätig sein und das bestehende Team um Annie Schachinger, Andrea Krist und Projektleiterin Steffie Sandhofer bereichern.
Zu den weiteren neu Gesendeten zählen Marion Ertel-Steinböck (Junge Kirche, Vikariat Nord), Sandra Hons (Pfarrverband Poysdorf), Lennart Möhle (Krankenhaus Wien der Barmherzigen Schwestern und Herz-Jesu-Krankenhaus), Gertrud Nemeth (Krankenhaus Göttlicher Heiland), Elisabeth de Parcevaux (Propsteipfarre Wiener Neustadt), Agnes Pesendorfer (Pfarre Breitensee) und Beatrix Wratzfeld (Caritas-Pflegewohnhäuser Schönbrunn und St. Magdalena).