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Engel sind Boten Gottes, die einerseits im Auftrag Gottes den Menschen eine Botschaft überbringen und sie andererseits behüten. So sagt der Psalm 91, der traditionell im kirchlichen Stundengebet zur Nacht gebetet wird: „Denn seinen Engeln hat er befo
Bild Copyright: © Erzdiözese Wien / Stephan Schönlaub

Was feiern wir zu Allerheiligen und Allerseelen?

22.10.2026 11:13
Österreich/Kirche/Religion/Glaube/Religionsfest oder Feiertag/Religionsritual/Feiertage/Allerheiligen/Allerseelen/Theologie
Kirche feiert am 1./2. November weltweit Allerheiligen und Allerseelen - Theologin Bruckner: Doppelfest als Erinnerung, "dass mit der Taufe jeder Gläubige zur Heiligkeit berufen ist"
Wien, 22.10.2026 (KAP) Zu Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) gedenken viele Menschen traditionell ihrer Verstorbenen. Mit beiden Feiertagen sind zahlreiche, oft regional sehr unterschiedliche Bräuche verbunden. Die Dogmatikerin Isabella Bruckner hat zusammengefasst, was es mit Allerheiligen und Allerseelen auf sich hat.

Was wird gefeiert?

"Mit dem Doppelfest Allerheiligen-Allerseelen feiert die Kirche, dass mit der Taufe jeder Gläubige zur Heiligkeit berufen ist", erklärt dazu Isabella Bruckner, die seit Oktober die Professur für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz inne hat. Für Christinnen und Christen bedeute dies, in einer Offenheit für Gott und Christus zu leben. In diesem Sinn habe sich bereits der Verfasser des Briefes an die Epheser "an die Heiligen, die in Ephesus sind" (Eph 1,1) gewandt, so die Theologin.

Die Teilhabe am Heiligen verbindet die Christinnen und Christen - Lebende wie Tote - auch untereinander. "Sie stehen durch Christus in einer freundschaftlich solidarischen Gemeinschaft", sagt Bruckner. Die beiden Feste am 1. (Allerheiligen) und 2. November (Allerseelen) gehören deshalb ihrer Intention nach eng zusammen.

Allerheiligen: besondere Zeugnisse der Heiligkeit

Auch wenn die Segnung und der Besuch der Gräber häufig bereits am 1. November stattfindet, erinnert die katholische Kirche an diesem Tag noch einmal speziell jener Menschen, die mit ihrem Leben ein besonders außergewöhnliches Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gegeben haben und deshalb als "Modelle eines heiligmäßigen Lebens" gelten können.

Neben offiziell Heiliggesprochenen soll aber auch ausdrücklich jener zahlreichen Heiligen gedacht werden, die weniger bekannt sind und keinen eigenen Feiertag haben, so die Linzer Theologin.

Allerseelen: Gedenken an Verstorbene

Am Allerseelen-Tag, dem 2. November, wird dagegen aller Verstorbenen gedacht. Die Wurzeln dieses Festes gehen zurück auf das Jahr 998, in dem der Abt des französischen Benediktinerklosters Cluny, Odilo von Cluny, den Tag als Gedenktag für alle verstorbenen Gläubigen festgesetzt hat. Christliche Feste zum Totengedenken gibt es bereits seit dem 2. Jahrhundert. "Es verbindet sich damit die Hoffnung, dass letztlich keiner verloren geht und alle Toten in Gott aufgehoben sind", fasst Bruckner zusammen.

Allerheiligen ist in weiten Teilen Europas ein gesetzlicher Feiertag: Neben Österreich ist Allerheiligen u.a. in den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz, in Teilen Deutschlands, in katholisch dominierten Mittelmeerländern, einschließlich Frankreich, in katholisch geprägten ehemals kommunistischen Staaten wie Polen, Kroatien und Litauen und auf den südostasiatischen Philippinen ein gesetzlicher Feiertag. In Österreich ist Allerseelen zwar kein gesetzlicher Feiertag, es findet jedoch an den öffentlichen Schulen kein Unterricht statt und an einigen Universitäten ist der Tag vorlesungsfrei.

Brauchtum um die Novemberfeiertage

Traditionell besuchen viele Menschen an diesen beiden Tagen ihre Verstorbenen am Friedhof, schmücken die Gräber mit Blumen, zünden Lichter an und beten für sie. Nachmittags finden zu Allerheiligen in den Pfarren auch Gräberumgänge und Gräbersegnungen statt.

Ein beliebter Brauch ist auch der Allerheiligenstriezel oder der Allerheiligenzopf, eine symbolische Form der Seelenspeisung. Das süße Germgebäck wird meist an Allerseelen verschenkt. In einigen Regionen Österreichs wird dieser Tag auch "Godntag" oder "Godltag" genannt, da der Pate oder die Patin dem Patenkind einen Allerheiligenstriezel schenkt. Traditionell wird zu Allerheiligen auch der in den Weltkriegen gefallenen Soldaten mit Feiern und Kranzniederlegungen vor den Denkmälern gedacht. Oft werden an Straßenrändern Gedenktafeln und Kreuze für Verunglückte aufgestellt.

(Diese Meldung ist Teil eines Kathpress-Themenpakets zu Allerheiligen und Allerseelen. Alle Meldungen des Schwerpunkts sind abrufbar unter www.kathpress.at/allerheiligen)
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