Katholische Aktion der Erzdiözese Wien appelliert an Politik, eine Genossenschaftslösung und damit den Erhalt der heimischen Lebensmittelverarbeitung ernsthaft zu prüfen
Wien, 22.10.2026 (KAP) Im Blick auf die geplante Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf fordert die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien (KA) eine regionale, österreichische Lösung, die die heimische Lebensmittelverarbeitung erhält und die Ernährungssouveränität Österreichs stärkt. Durch die Schließung seien unzählige Arbeitsplätze gefährdet, ebenso bäuerliche Familienbetriebe und die regionale Wertschöpfung, so die KA in einer Aussendung am Donnerstag. Weihbischof Stephan Turnovszky, der als Bischofsvikar u. a. für die Region Marchfeld zuständig ist, habe schon am vergangenen Wochenende vor den Folgen der Schließung für Landwirtschaft, Versorgungssicherheit und Umwelt gewarnt.
Die politisch Verantwortlichen ruft die KA auf, eine Genossenschaftslösung und den Erhalt der heimischen Lebensmittelverarbeitung ernsthaft zu prüfen. Die NÖ-Landtagssitzung an diesem Donnerstag sollte gleich für konkrete Schritte für eine tragfähige Zukunftslösung genützt werden.
In der Aussendung verweist die KA auch auf die Petition zum Erhalt des Marchfelder Tiefkühlgemüses (https://mein.aufstehn.at/petitions/weiterhin-tiefkuhlgemuse-aus-dem-marchfeld). Die Petition habe innerhalb von einer Woche mehr als 100.000 Unterschriften erreicht. Das sei ein starkes Zeichen gesellschaftlicher Solidarität. Die Menschen wollten, dass heimische Lebensmittel auch künftig in Österreich angebaut und verarbeitet werden und Beschäftigte sowie bäuerliche Familienbetriebe eine Zukunft haben, so die KA. Nun brauche es konkrete Schritte statt bloßer Absichtserklärungen.
Reinhard Bödenauer, Präsident der KA-Wien, hält in der Aussendung fest: "Ernährungssouveränität bedeutet, Verantwortung für die Produktion und Verarbeitung unserer Lebensmittel zu übernehmen. Wenn heimisches Gemüse nicht mehr in Österreich verarbeitet werden kann, verlieren wir regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Bäuerliche Familienbetriebe mit ihren Beschäftigten dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden."
Genossenschaftslösung als Chance
Die KA sieht in einer Genossenschaftslösung eine ernsthafte Möglichkeit. Gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Handel und öffentlicher Hand könnte eine neue Trägerstruktur für die heimische Gemüseverarbeitung entwickelt werden. Die KA schlägt vor, auch für Privatkunden die Möglichkeit zu schaffen, Anteile zu zeichnen. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, dass Mitglieder aus KA-Gliederungen, Pfarren, Ordensgemeinschaften, etc. aktiv mithelfen können.