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Veränderungen im Gesundheitsbereich: Scheuer mahnt Ethik ein

22.10.2026 10:17
Österreich/Kirche/Ordensspitäler/Kongress/Scheuer
Linzer Bischof eröffnete 24. Internationalen Kongress der OÖ-Ordensspitäler
Linz, 22.10.2026 (KAP) Auf die Chancen aber auch Gefahren der rasanten Veränderungen im Gesundheitsbereich wie in der Gesellschaft ganz allgemein hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer hingewiesen. Der Bischof eröffnete am Mittwoch den 24. Internationalen Kongress der Oberösterreichischen Ordensspitäler, der Veränderungen im Gesundheitsbereich beleuchtete, mit einem Grußwort. Dabei warnte der Bischof davor, bei allem Fortschritt menschliche Freiheit und Ethik, zwischenmenschliche Begegnung und Gespräche auszublenden.

Nicht nur aber auch in der Medizin sei angesichts des rasanten technischen Fortschritts zugleich die Unübersichtlichkeit riesig groß. Dies hänge nicht nur an den unterschiedlichen Wissenschaften, die beteiligt seien. Scheuer nannte etwa die Biologie, Computerwissenschaften, Neuro- und Gehirnwissenschaften.

Bischof Scheuer stellte in seinem Grußwort mehr Fragen, als er fertige Antworten parat hatte: "Was ist der Segen, was sind die Möglichkeiten, was ist praktisch sinnvoll und möglich? Und was ist möglicherweise der Fluch? Wie verändert sich unser Bild von Glück, von sinnvollem Leben, von Gesellschaft, wie verändern sich die Beziehungen, oder: Was stellt die Digitalisierung mit uns an?" Nachsatz: "Entscheidend ist, was wir daraus machen." In der Medizin habe es in den letzten Jahren auch eine Verrechtlichung und Bürokratisierung gegeben, die mit Haftungsfragen zusammenhängen, zeigte sich der Bischof zudem besorgt.

Weitere Fragen des Bischofs: "Wer hat welches Wissen? Wem gehört dieses Wissen? Wie sieht Demokratie aus in der Wissensgesellschaft - und wie Gerechtigkeit in einer digitalisierten Welt? Denn Wissen ist auch Macht."

Rasante Umbrüche rauben die Heimat

Wandlung gehöre grundsätzlich zum Leben, betonte Bischof Scheuer: "Wenn wir uns in einer Sackgasse fühlen, wenn Müdigkeit bleiern lastet, wenn Stillstand in den Beziehungen oder im Beruf eingetreten ist, wenn alles irgendwie verfahren ist, dann sehnen wir uns nach Verwandlung, Neuwerden und Aufbruch." Freilich gebe es auch die innere Sperre gegen Veränderung, die Angst vor der Verwandlung, das Festhalten am Starren. Und: eine chaotische Unübersichtlichkeit nehme Orientierung, "eine rasante Beschleunigung der Umbrüche raubt die Heimat".

Damit Veränderungsprozesse gelingen, braucht es nach Überzeugung des Bischofs deshalb auch die Kontemplation. Eine Praxis ohne verweilende Kontemplation werde "zur Bewältigung, zur Erledigung, wobei der andere zum bloßen Material des eigenen Tuns degradiert wird". Dies gelte gerade auch für die Wahrnehmung des Leids. Nur allzu leicht werde "über die Gesichter der Not das Tuch der Routine gelegt", nur allzu leicht werde mit der Frage: "Und, was können wir jetzt tun?" der Blick von den konkreten Menschen weggelenkt. In manchen Situationen des Leids gebe es nur das treue Bleiben ohne unmittelbare Hoffnung auf eine positive Veränderung, so der Linzer Bischof.

In Vorträgen und Diskussionsrunden mit Expertinnen und Experten ging es beim Kongress im Design Center Linz um die Herausforderung, für neue Entwicklungen aufgeschlossen zu sein und zugleich Ängste davor bei allen Betroffenen abzubauen. Grußworte sprachen neben Bischof Scheuer OÖ-Landeshauptmann Thomas Stelzer und der Österreich-Beauftragte der Barmherzigen Brüder, Frater Thomas Pham.

Unter den Vortragenden war u. a. der ehemalige WU-Rektor und Präsident des Fiskalrats in Österreich, Christoph Badelt. Er zeigte anhand von Zahlen und Hochrechnungen, dass die Ausgaben den Einnahmen im Gesundheitssystem immer weiter enteilen werden. Badelt präsentierte aber auch Beispiele, wie die Effizienz erhöht werden könnte.

(Infos: https://www.ooe-ordensspitaeler.at/)
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