Bischofskonferenz aktualisiert Statistik zur religiösen Verfolgung des 20. Jahrhunderts - Drei Seligsprechungsfeiern im Herbst - Papst würdigt Glaubenszeugnis der neuen Seligen als "Gabe der Liebe an Gott und unsere Mitmenschen"
Madrid, 22.10.2026 (KAP) Die Spanische Bischofskonferenz (CEE) hat die Zahlen zu den Märtyrern der religiösen Verfolgung im 20. Jahrhundert aktualisiert. 2.404 Personen wurden selig- und elf heiliggesprochen. Weitere 3.040 Menschen werden in laufenden Seligsprechungsverfahren berücksichtigt. Insgesamt umfasst die Statistik 5.455 Personen in 48 Verfahren. Die tatsächliche Zahl der wegen ihres Glaubens Getöteten dürfte deutlich höher liegen.
Anlass für die Aktualisierung sind drei Seligsprechungsfeiern im Herbst. Bei der ersten am 17. Oktober waren in der Kathedrale von Ibiza 20 Priester seliggesprochen worden, die im August und September 1936 während der religiösen Verfolgung im Spanischen Bürgerkrieg aus Hass auf den katholischen Glauben ermordet worden waren.
Papst Leo XIV. erinnerte am Mittwoch bei der Generalaudienz an das Zeugnis der Priester von Ibiza. Es ermutige dazu, das eigene Leben zu einer "Gabe der Liebe an Gott und unsere Mitmenschen" zu machen, sagte er. Die Feier hatte Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für die Heiligsprechungsprozesse, im Auftrag des Papstes geleitet. In seiner Predigt betonte er, die Treue zu Christus müsse sich auch in alltäglichen Entscheidungen zeigen, etwa in der Bereitschaft zu vergeben und Zivilcourage zu beweisen.
Die 20 Priester machten zum Zeitpunkt ihrer Ermordung etwa die Hälfte des örtlichen Klerus von Ibiza und Formentera aus. Damals waren öffentliche Gottesdienste und Sakramentenspendungen verboten, Kirchen wurden geplündert und geschändet. Der jüngste der Märtyrer, Juan Torres Torres, war erst 24 Jahre alt und seit zwei Monaten Priester, als er am 7. August 1936 getötet wurde. Sein Leichnam wurde ins Meer geworfen. Weitere Geistliche wurden im Schloss von Ibiza festgehalten und am 13. September hingerichtet. Nach Angaben des Vatikans wurden die Priester wegen ihrer Zugehörigkeit zum katholischen Klerus ermordet.
Für den 7. November ist in Santander eine weitere Seligsprechung von 80 Märtyrern geplant, am 28. November sollen in Madrid elf Seminaristen und einige ihrer Angehörigen seliggesprochen werden. Die Betroffenen sind bereits in der Statistik der Spanischen Bischofskonferenz erfasst, nachdem das vatikanische Dikasterium ihre Anerkennung als Märtyrer bestätigt hat. Für die Seligsprechung von 50 Märtyrern der Kongregation der Brüder des heiligen Gabriel - 49 Ordensleute und ein Seelsorger - steht noch kein Termin fest.
Unter den bereits Seliggesprochenen bilden Ordensleute mit 1.080 Personen die größte Gruppe. Dazu kommen 586 Diözesanpriester, 512 Ordenspriester, 183 Laien, 34 Seminaristen und neun Bischöfe. Bei den laufenden Verfahren überwiegen dagegen die Diözesanpriester: 1.904 der 3.040 erfassten Personen gehören dieser Gruppe an. Außerdem werden 703 Laien, 232 Ordensleute, 159 Ordenspriester, 39 Seminaristen und drei Diözesanbischöfe berücksichtigt.
Die Statistik erfasst nicht alle Opfer der damaligen Verfolgung. Weitere Fälle werden auf diözesaner Ebene untersucht; für zahlreiche Getötete wurde bislang kein Seligsprechungsverfahren eröffnet. Bei anderen fehlen ausreichende Unterlagen, um ein Verfahren einzuleiten. Die meisten kirchlich als Märtyrer anerkannten Opfer wurden während des Spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 getötet. Der Begriff "Märtyrer des 20. Jahrhunderts" schließt auch Opfer der revolutionären Ereignisse von 1934 ein, insbesondere in Asturien. Als Märtyrer anerkannt werden Menschen, deren Tod nach kirchlicher Beurteilung aus Hass auf den christlichen Glauben erfolgte.