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Familienverband Wien: Nach Förderstopp steht Omadienst vor dem Aus

22.10.2026 15:53
Österreich/Kirche/Politik/Soziales/Familie
Ab Jänner 2027 wird das Angebot des Katholischen Familienverbands eingestellt - Mitarbeitende gekündigt - Verband warnt vor "drastischen Folgen" und appelliert an Stadtregierung und Bürgermeister Michael Ludwig, eine Lösung zu finden
Wien, 22.10.2026 (KAP) Die Stadt Wien stellt die Förderung für den Omadienst des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien ein. Das geht aus einem Schreiben aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling vom 20. Oktober hervor, wie der Katholische Familienverband Wien am Donnerstag mitteilte. Begründet wird die Entscheidung mit der Reform "Kindergarten neu denken". Gefördert werde künftig nur noch, was "unmittelbar dem pädagogischen Kernauftrag der Kindergärten" dient. Ab Jänner 2027 wird es den Omadienst nicht mehr geben. Der Verband könne die gesamten Kosten nicht alleine tragen, hieß es. Bisher hat die Stadt den Omadienst mit rund 20.000 Euro im Jahr unterstützt.

Die Folgen seien "drastisch": "Die Stadt empfiehlt unser Angebot, will es aber nicht mehr unterstützen. Das passt nicht zusammen", so Christopher Erben, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien. Wie der Familienverband mitteilte, mussten die zuständigen Mitarbeiter gekündigt werden. "Der Omadienst ist kein Kindergartenangebot und wollte nie eines sein", erklärte Erben. Er helfe dort, "wo Kindergarten und Schule aufhören: am frühen Morgen, am späten Nachmittag, wenn ein Kind krank ist". Dass er nicht zum Kernauftrag des Kindergartens passe, spreche nicht gegen ihn. Es zeige nur, "dass ihn jemand anderer in der Stadt fördern sollte".

Seit 1973 vermittelt der Omadienst Leihomas an Wiener Familien, die regelmäßig Kinder betreuen lassen möchten. Das Angebot richtet sich insbesondere an Eltern mit Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Betreuungszeiten, an Personen in Weiterbildung oder beim Wiedereinstieg ins Berufsleben sowie an Familien ohne Betreuungsplatz. Die Leihomas werden persönlich ausgewählt, müssen eine Strafregisterbescheinigung vorlegen und erhalten eine Schulung. Das Angebot soll beide Seiten unterstützen: "Eltern konnten Beruf und Familie leichter vereinbaren, und die Leihomas blieben aktiv und eingebunden", hieß es seitens des Familienverbandes.

Schon 2016 habe die Stadt die Förderung gestrichen. Nach breiter Kritik, unter anderem vom Seniorenbund, erklärte der damalige Bürgermeister Michael Häupl wenige Tage später, die Förderung fortzuführen. "Die Stadt hat schon einmal erkannt, was sie am Omadienst hat. Wir hoffen, dass ihr das wieder gelingt", so Erben.

Der Familienverband appelliert an Bürgermeister Michael Ludwig und an die Stadtregierung, "eine Lösung zu finden, damit der Omadienst weitergeführt werden kann". Ob das über das Sozial-, das Senioren- oder das Familienressort geschehe, sei zweitrangig. "Wichtig ist, dass dieses bewährte Angebot nicht verloren geht", so Erben.
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