Kardinal Schönborn in "Heute": "Wir sind alle mitverantwortlich für das, was auf das Zukunftsdepot der jungen Generation gelegt wird"
Wien, 23.10.2026 (KAP) Neben finanzieller Vorsorge brauchen Kinder vor allem Frieden, Sicherheit und Zuversicht, um ihr Leben gut gestalten zu können: Das von der Bundesregierung ab 2027 geplante "Zukunftsdepot" wolle der Kardinal Christoph Schönborn - wie er in seiner Freitagskolumne in der Tageszeitung "Heute" hinweist - nicht kommentieren. Der emeritierte Wiener Erzbischof plädierte jedoch dafür, auch in immaterielle Güter zu investieren. "Wir sind alle mitverantwortlich für das, was auf das Zukunftsdepot der jungen Generation gelegt wird", so Schönborn.
"Frieden und Sicherheit sind die Grundlage einer guten Zukunft. Dazu können wir alle beitragen: Stärken wir das Miteinander", schreibt der Kardinal. Es gelte zu vermeiden, "was die Gesellschaft spaltet" und "Vertrauen, Hoffnung, Geborgenheit zu fördern und zu stärken".
Als besonders besorgniserregend verwies Schönborn auf die Zunahme psychischer Erkrankungen und Depressionen unter jungen Menschen. Die aktuelle Gesundheitsbefragung zeige diese Entwicklung. "Kein Wunder, dass wir Menschen ohne Zuversicht seelisch und leiblich krank werden." Schönborn betonte zugleich seine Überzeugung, dass es in der Welt "viel mehr Gutes als Negatives" gebe. Dieses Gute tagtäglich zu fördern, sei "das nachhaltigste Zukunftsdepot".
Das sogenannte "Zukunftsdepot", auf das sich die ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition geeinigt hat, soll ab 1. Juli 2027 wirken. Eltern sollen dabei ein Depot für ihre Kinder anlegen können, bei dem keine Kapitalertragssteuer (KESt) anfällt. Bis zu 5.000 Euro sollen Eltern, Großeltern und andere Angehörige jährlich einzahlen können, der Staat soll bei der Geburt jedes Kindes ein "Startguthaben" von 500 Euro beisteuern. Zuletzt waren allerdings noch einige Details und vor allem die Gegenfinanzierung der KESt-Befreiung offen. Das angesparte Geld kann dann ab dem 18. Geburtstag steuerfrei entnommen werden.