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Kardinal Parolin bei Messe zum Gedenktag von Johannes Paul II. an dessen Grab
Bild Copyright: © Vatican Media

Johannes-Paul-II.-Gedenktag: Feiern im Vatikan mit Friedensappell

22.10.2026 16:35
Vatikan/Papst/Geschichte/Kirche/Johannes-Paul-II.
Gottesdienste am Papst-Grab im Petersdom mit Kardinalstaatssekretär Parolin und Kardinal Rys - Kirchenoberhaupt aus Polen begann Pontifikat vor 48 Jahren mit Appell "Fürchtet euch nicht!"
Vatikanstadt, 22.10.2026 (KAP) Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat angesichts der weltweiten Kriege zum Gebet für den Frieden aufgerufen. Bei einer Messe am Grab des heiligen Johannes Pauls II. im Petersdom zitierte er am Donnerstag eine Friedensbotschaft des verstorbenen Papstes aus dem Jahr 2005: "Der Friede ist ein Gut, das durch das Gute gefördert werden muss." Er müsse durch Entscheidungen und Taten für das Gute bewahrt und gepflegt werden, sagte Parolin zum liturgischen Gedenktag des polnischen Papstes. An der Feier nahmen Hunderte Gläubige und mehr als hundert Priester teil, darunter der ukrainische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk.

In seiner Predigt erinnerte Parolin an Johannes Paul II. als geistliche Stütze für Millionen Gläubige. Er griff ein Gedicht auf, das Karol Wojtyla 1962 verfasst hatte, und beschrieb den späteren Papst als "Boden", auf dem andere ihren Weg zu Christus finden könnten. Dessen Verbundenheit mit Christus sei für viele Menschen Vorbild, Halt und Orientierung gewesen. Parolin bat um die Fürsprache des Heiligen für den Frieden und rief dazu auf, sich für Frieden in Wahrheit und Gerechtigkeit einzusetzen.

Papst der Barmherzigkeit

Am selben Tag feierte auch der Krakauer Erzbischof Grzegorz Rys eine Messe im Petersdom. Er würdigte Johannes Paul II. als Papst der Barmherzigkeit, der einen Gott verkündet habe, der Menschen auch nach schwerem Versagen nicht aufgebe. Als Beispiele nannte Rys die Enzyklika "Dives in misericordia", die Heiligsprechung der polnischen Ordensfrau Faustyna Kowalska und den Besuch des Papstes bei seinem Attentäter Ali Agca im Gefängnis. Darin zeige sich ein Gottesbild, das Vergebung mit der Wiederherstellung von Würde und Vertrauen verbinde.

Rys erinnerte daran, dass Jesus dem Apostel Petrus trotz dessen dreifacher Verleugnung weiterhin vertraute. "Jesus verbirgt nichts, aber er nimmt auch nichts zurück. Er liebt Simon, so wie er ist", sagte der Kardinal. Johannes Paul II. habe einen Gott verkündet, der seine Gaben und seine Berufung nicht zurücknehme. Auch kirchliche Verantwortung hänge nicht allein von einem Amt ab, betonte Rys: Entscheidend sei die persönliche Liebe zu Christus. - Der Gottesdienst bildete den Abschluss der Feierlichkeiten zum 45-jährigen Bestehen der Johannes-Paul-II.-Stiftung.

Gedenken am Amtsantritt-Jahrestag

Der Gedenktag erinnert an den Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II. vor 48 Jahren. Am 16. Oktober 1978 war der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyla zum Papst gewählt worden. Sechs Tage später trat er sein Amt mit einer Messe auf dem Petersplatz offiziell an. Dabei formulierte er einen Appell, der zu den bekanntesten Worten seines Pontifikats wurde: "Fürchtet euch nicht! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!" Der Aufruf richtete sich nicht nur an die Gläubigen, sondern auch an Staaten, politische Systeme und die Gesellschaft.

Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 im polnischen Wadowice geboren. Während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst in einem Steinbruch und später in einer Chemiefabrik. Gleichzeitig bereitete er sich auf das Priestertum vor. 1946 wurde er zum Priester geweiht, 1958 zum Bischof und 1967 zum Kardinal ernannt. Als erster polnischer Papst und erster Nichtitaliener seit 455 Jahren wurde er 1978 zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt.

Sein Pontifikat dauerte fast 27 Jahre und zählt damit zu den längsten der Kirchengeschichte. Johannes Paul II. unternahm zahlreiche Auslandsreisen, setzte sich für Religionsfreiheit und Menschenwürde ein und förderte den Dialog mit anderen Religionen. 1981 überlebte er ein Attentat auf dem Petersplatz. Er starb am 2. April 2005 im Vatikan. Papst Benedikt XVI. sprach ihn 2011 selig, Papst Franziskus 2014 heilig. Sein kirchlicher Gedenktag ist der 22. Oktober.
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