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Wien: Buchpräsentation beleuchtet Lage von Christen in Palästina

24.10.2026 09:54
Österreich/Palästina/Literatur/Minderheiten/Christentum/Menschenrechte
Autor Johannes Zang präsentiert am 10. November Interviews mit 33 palästinensischen Christen, die in das Buch "Und am Kontrollpunkt wartet die Erniedrigung" Eingang fanden
Wien, 24.10.2026 (KAP) Die Situation von Christinnen und Christen in Palästina steht am 10. November im Mittelpunkt einer Wiener Buchpräsentation mit anschließender Diskussion. Der Journalist, Buchautor und Pilgerführer Johannes Zang stellt sein Buch "Und am Kontrollpunkt wartet die Erniedrigung" vor, für das er 33 palästinensische Christen interviewt hat. Die Veranstaltung wird vom Verein "Frauen in Schwarz Wien" organisiert und beginnt um 19 Uhr im Festsaal des Magistratischen Bezirksamts für den 9. Bezirk (1090 Wien, Währinger Straße 43).

In den Interviews berichten die Gesprächspartner über ihren Alltag unter israelischer Militärbesatzung und die Folgen des Krieges seit dem 7. Oktober 2023. Zang, der viele Jahre in Bethlehem und Jerusalem gelebt hat und seit mehr als 25 Jahren Kontakte zu Christen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen pflegt, will mit dem Buch deren Erfahrungen dokumentieren. Er sieht die christliche Präsenz im Heiligen Land zunehmend gefährdet: Immer mehr Menschen würden erwägen auszuwandern.

Ein zentrales Thema ist die eingeschränkte Bewegungsfreiheit durch Kontrollpunkte, Sperranlagen und bürokratische Hürden. Ein Interviewpartner habe für eine rund 30 Kilometer lange Fahrt zu einem Arzttermin in Ramallah von sieben Uhr morgens bis 23 Uhr gebraucht, schildert Zang. Auch langwierige Verfahren zur Familienzusammenführung und die Sorge, nach Auslandsreisen nicht zurückkehren zu können, prägten das Leben mancher Betroffener. Die Einschränkungen beträfen Christen und Muslime gleichermaßen; zugleich berichteten einzelne Gesprächspartner auch von Benachteiligungen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft.

Zang warnt vor den Folgen einer weiteren Abwanderung. Christen im Westjordanland engagierten sich in Krankenhäusern, Arztpraxen und sozialen Einrichtungen und seien zudem eng mit dem Pilger- und Tourismussektor verbunden. Der kriegsbedingte Einbruch des Tourismus habe viele wirtschaftlich hart getroffen. Ein Verschwinden der christlichen Gemeinden würde nach seiner Einschätzung auch die Versorgung der Bevölkerung und die Präsenz einheimischer Christen an den heiligen Stätten schwächen.

Ein Thema der Buchpräsentation wird auch die Geschichte der christlichen Gemeinden und die Rolle der Kirchen angesichts der aktuellen politischen Lage sein. Dem Einladungstext zufolge entwickelte sich eine palästinensische Theologie der Befreiung, die Kirchen weltweit zu stärkerem politischem Engagement aufruft. Auch in Österreich soll um Unterstützung für Christen in der Region geworben werden.
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