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Anschlag in Jordanien: Kirchen und König beschwören nationale Einheit

23.10.2026 20:50
Jordanien/Terrorismus/Kirche
Orthodoxes und Lateinisches Patriarchat von Jerusalem verurteilen Terroranschlag in Jordanien scharf - Bisher mindestens sieben Tote und Dutzende Verletzte
Jerusalem/Amman, 23.10.2026 (KAP/KNA) Die Todeszahlen in Jordanien steigen. Bei einem Terroranschlag am Freitag starben mindestens sieben Menschen. Kirchen und das Königshaus haben in Reaktion darauf die Einheit des Volkes beschworen, wie die Katholische Nachrichtenagentur KNA berichtet. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem erklärte in einer offiziellen Stellungnahme am Freitagabend: "Das Patriarchat verurteilt diese abscheuliche, feige und blutige Tat, die unsere Gemeinschaft direkt getroffen und das Leben von Märtyrern in der griechisch-orthodoxen St.-Georgs-Kirche in Hammoud, Al-Karak, gefordert hat."

Die Tat werde die nationale Einheit Jordaniens und das Band zwischen Christen und Muslimen aber nur weiter stärken, heißt es weiter: "Sollte die Absicht hinter dieser Botschaft darin bestehen, uns aus unserem Heiligen Land zu entwurzeln und zu vertreiben, so wird dies nur dazu führen, dass unsere Verbundenheit mit ihm noch stärker wird und unsere Wurzeln darin noch tiefer wachsen." Man sei zuversichtlich, dass die jordanischen Sicherheitskräfte die Täter stellen und vor Gericht bringen werden.

Auch das Lateinische Patriarchat von Jerusalem hat den Anschlag auf das Schärfste verurteilt und in einer offiziellen Erklärung die nationale Einheit Jordaniens beschworen. Der nationale Zusammenhalt des jordanischen Volkes sei ein wesentlicher Schutzschild gegen Terrorismus, Extremismus sowie gegen jegliche Versuche, Spaltung oder Zwietracht zu säen. Die Jordanier - ob Muslime oder Christen - bildeten "eine einzige nationale Familie, vereint durch eine gemeinsame Geschichte und ein gemeinsames Schicksal, verbunden durch Bande der Zuneigung, der Zugehörigkeit und der Loyalität gegenüber ihrem Land und ihrer Führung". Weiters bekundete das Patriarchat seine "uneingeschränkte Unterstützung für die Sicherheitskräfte und all jene, die damit betraut sind, die Täter zu verfolgen, welche den sozialen Frieden untergraben wollten - einen Frieden, auf den wir stets sehr stolz waren".

Auch der jordanische König Abdullah II. beschwor die nationale Einheit seines Landes. Die "Kugeln des Verrats" könnten die Reihen der Jordanier nicht spalten, schrieb er auf dem Portal X. Er kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Täter an.

Die feige Tat bedrohe Jordaniens Sicherheit, Stabilität und den sozialen Zusammenhalt, warnte unterdessen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra der Präsident des Unterhauses des jordanischen Parlaments, Mazen Qadi. Es werde keine Nachsicht gegenüber den Tätern oder sonst jemandem geben, der versuche, Jordaniens Sicherheit und nationale Einheit zu untergraben.

Der jordanische Presseverband (JPA) rief die Bürger des Landes auf, sich bei Informationen auf offizielle Quellen zu verlassen und keine Gerüchte oder unbestätigten Informationen zu verbreiten, um nicht für Verwirrung zu sorgen oder die Ermittlungen zu gefährden. Das Verbrechen, das den Lehren aller göttlichen Religionen und den menschlichen Werten zuwiderlaufe, sei "kein Angriff auf eine bestimmte Stadt oder Gruppe sei, sondern vielmehr ein Angriff auf ganz Jordanien, auf Muslime und Christen gleichermaßen".

Unbekannte Schützen hatten am Freitag Schüsse auf eine Beerdigung in dem Dorf Hamoud im südjordanischen Gouvernement Karak abgegeben. Dabei wurden sieben Menschen getötet und mindestens 34 weitere verletzt, erklärte der Leiter der jordanischen Strafverfolgungsbehörde (PSD) laut einem Bericht von Petra.

Der jordanische Regierungssprecher und Minister für Regierungskommunikation, Mohammed Al-Momani, sprach auf X von einem "abscheulichen Terrorverbrechen". In der Kirche sollen sich zwischen 150 und 200 Menschen aufgehalten haben, so der jordanische Fernsehsender Al-Mamlaka unter Berufung auf Augenzeugenberichte.

Der Generalstaatsanwalt von Amman untersagte laut Petra unter Androhung rechtlicher und strafrechtlicher Konsequenzen die Veröffentlichung von Details zu den Schüssen in der Kirche. Ausgenommen von der Nachrichtensperre sind offizielle Regierungsmedien. Sie stehen unter der Aufsicht des Ministeriums für Regierungskommunikation.
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