Festakt an Päpstlicher Universität St. Thomas von Aquin - Laudatio von Ökumene-Kardinal Koch
Rom, 24.10.2026 (KAP) Dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., wurde am Freitag an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum) in Rom die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Laudatio hielt Kardinal Koch Koch, Präfekt des Dikasteriums für die Einheit der Kirchen, der u.a. die vielfältigen Verdienste des Patriarchen um die Ökumene würdigte.
Bartholomaios betonte in seiner Dankesrede, in einer Welt, die zunehmend von Polarisierung, Konflikten und Fragmentierung geprägt ist, müssten die Kirchen ein Zeugnis für die Einheit ablegen. Die Zukunft der Orthodoxie und des Christentums im Allgemeinen würden von der Wiederentdeckung der Kultur der Konziliarität abhängen, die die frühe Kirche kennzeichnete, zeigte sich der Patriarch überzeugt. Er forderte "Demut vor Triumphgehabe, Begegnung vor Isolation, Dialog vor Spaltung und Gemeinschaft vor Nationalismus".
Patriarch Bartholomaios sprach auch über das Verhältnis zwischen Primat und Synodalität, ein zentrales Thema im theologischen Dialog zwischen der Orthodoxen und der Römisch-katholischen Kirche. Er betonte, dass keines der beiden Prinzipien ohne das andere richtig funktionieren könne. Bartholomaios begrüßte in diesem Zusammenhang auch einmal mehr den synodalen Prozess in der katholischen Kirche, der von Papst Franziskus initiiert wurde und nun von Papst Leo XIV. fortgesetzt wird.
Schließlich verteidigte Bartholomaios gegenüber Kritikern (aus den eigenen orthodoxen Reihen) erneut die Einberufung und Abhaltung des Panorthodoxen Konzils vor zehn Jahren auf Kreta. Das Konzil und seine Beschlüsse seien ein Meilenstein für die Orthodoxie, so der Patriarch.
Bartholomaios ist am Freitag zu einem mehrtägigen Besuch in Italien eingetroffen. Am 27. Oktober will er am interreligiösen Gebetstreffen in Assisi teilnehmen.