Am 3. November erscheint Jubiläumsausgabe zum 80er des belgischen Comic-Westernhelden
Wien/Brüssel, 25.10.2026 (KAP) Der belgische Comic-Westernheld Lucky Luke wird 80 Jahre alt. Mitte November 1946 erschien im Magazin "Spirou Almanach 1947" die erste Geschichte mit dem Cowboy. Am 3. November erscheint nun die Jubiläumsausgabe "Heiliger Lucky!" in Österreich, wie die Austria Presse Agentur (APA) am berichtete. Die Handlung weise viele aktuelle Bezüge auf. So trifft der einsame Cowboy gleich zu Beginn auf einen Mann, der ihn mit einer Verschwörungstheorie vom Weiterreiten abhalten will. Hinter dem Horizont sei die Welt zu Ende. Als Lucky Luke einwendet, auf seiner Landkarte liege dort Nebraska, lässt sich der Mann nicht beirren. Dass die Erde rund sein soll, hält er für "Humbug der Regierung in Washington", die den Leuten das nur einreden wolle, damit sie mehr Steuern zahlten.
Tatsächlich es auch heute Menschen, die glauben, dass die Erde eine flache Scheibe sei. Sogenannte Flat Earthers (dt.: "Flacherdler") gehen laut Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland etwa davon aus, dass die Antarktis eine Eiswand am Rand der Erde bilde und die Wahrheit darüber verheimlicht werde.
In der nächsten Stadt, in der Lucky Luke Halt macht, ist man bereits ans Telegrafennetz angeschlossen. Neuigkeiten verbreiten sich schneller als früher. Allerdings nicht nur das: Auch Tratsch, Gerüchte und Fake News machen die Runde. Lucky Luke wundert sich darüber, "wie viel Unsinn durchs Netz ins Haus kommt" - eine erneute Bezugnahme an die Gegenwart. Der Witz des Comics liegt laut APA nicht selten in diesen Parallelen: "Man ist unverkennbar im Wilden Westen, hört aber Sätze und Argumente, die heute überhaupt nicht fremd klingen."
Der Band greift auch ältere Debatten auf. Das gilt vor allem für sein zentrales Thema: Religion und die Frage, was passiert, wenn Glaube mit Macht, Verehrung und Geld zusammenkommt. Als Lucky Luke einen Prediger vor Banditen rettet, wertet dieser seine Rettung als göttliche Fügung und macht aus dem Cowboy kurzerhand einen Heiligen. Wenig später gründet der gerettete Prediger rund um Lucky Luke eine eigene Glaubensgemeinschaft: den "Lukismus". Das Comic nimmt den Versuch aufs Korn, aus dem Glauben anderer Kapital zu schlagen. Kritische Anklänge finden sich im Band auch in Bezug auf die Eroberung des "Wilden Westens" und die Vertreibung der indigenen Bevölkerung.
Erfunden wurde Lucky Luke vom belgischen Zeichner Morris. Ab Mitte der 1950er-Jahre prägte "Asterix"-Autor René Goscinny als Texter viele Geschichten. Nach Morris' Tod 2001 wurde die Reihe weitergeführt. Heute zeichnet der Franzose Achdé die Abenteuer, der ebenfalls aus Frankreich stammende Jul schrieb "Heiliger Lucky!"