Alterzbischof von Palermo bezog mehrfach gegen das organisierte Verbrechen Stellung
Palermo, 25.10.2026 (KAP) Der frühere Erzbischof von Palermo, Kardinal Paolo Romeo, ist am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte seine Erzdiözese mit. Romeo sei "nach langer Krankheit und Leid" in einem Krankenhaus in Catania gestorben. Der sizilianische Bischof und Kirchendiplomat hatte sich unter anderem durch sein Eintreten gegen die Mafia einen Namen gemacht.
Mit dem Tod von Romeo zählt das Kardinalskollegium als Beraterkreis des Papstes noch 239 Mitglieder. Von diesen sind 116 jünger als 80 Jahre und dürften somit in einem Konklave an einer Papstwahl teilnehmen.
Romeo, am 20. Februar 1938 in Acireale an der sizilianischen Ostküste geboren, war fast 40 Jahre lang im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls und im vatikanischen Staatssekretariat tätig. Von 2006 bis zum altersbedingten Rücktritt 2015 leitete er die Erzdiözese Palermo. In dieser Zeit bezog er auch gegen das organisierte Verbrechen Stellung, etwa bei der Seligsprechung des von der Mafia ermordeten Priesters Giuseppe Puglisi 2013.
Kirchendiplomat in Haiti, Kolumbien und Kanada
Nach dem Studium an der römischen Gregoriana-Universität und Kaplansjahren in seiner Heimat war Romeo 1967 in den diplomatischen Dienst des Vatikans getreten. 1984 weihte Papst Johannes Paul II. ihn zum Bischof und schickte ihn als Botschafter nach Haiti. Dort erlebte Romeo 1986 den Sturz der Diktatur der Familie Duvalier sowie 1990 die Wahl des später laisierten katholischen Geistlichen Jean-Bertrand Aristide zum Präsidenten.
Im gleichen Jahr wechselte er nach Kolumbien und 1999 nach Kanada. Von 2001 bis zur Übernahme des Bischofssitzes in Palermo leitete Romeo die Vatikanbotschaft in Rom; der Posten gilt als außerordentlich wichtig.
Von Benedikt XVI. im Jahr 2010 zum Kardinal erhoben, nahm Romeo 2013 an dem Konklave teil, bei dem Franziskus zum Papst gewählt wurde. Mit zunehmendem Alter trat Romeo in nationalen Medien kaum noch in Erscheinung. Ein Fremdenverkehrsverband seiner Heimatregion ehrte ihn für sein Lebenswerk. Ungeachtet seiner hohen Ämter sei er stets mit der Diözese Acireale verbunden geblieben, so auch während des Erdbebens 2018 in der Provinz Catania und während der Pandemie, hieß es in der Würdigung.