Wiener Erzbischof betont Demokratie, Neutralität, Rechtsstaatlichkeit, Sozialnetz und Solidarität als "tiefe, feste Wurzeln" Österreichs - Grünwidl: Brauchen Menschen, die das "Wir" vor das "Ich" stellen - Kritische Worte zu geplanter Sozialhilfereform
Wien, 26.10.2026 (KAP) Zum Nationalfeiertag betont der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl Demokratie, Neutralität, Rechtsstaatlichkeit und das Sozialnetz als "tiefe, feste Wurzeln" Österreichs. In einem zum 26. Oktober veröffentlichten Video in Sozialen Netzwerken zeigt sich Grünwidl dankbar für den "immer noch vorhandenen Grundwasserspiegel von Solidarität und Hilfsbereitschaft" im Land. "Die Extreme werden stärker, die Mitte bröckelt", äußert er gleichzeitig Sorge. "Wir brauchen dringend Menschen, die das 'ich, mich, meins' in den Hintergrund und das 'du, wir, unser' in den Vordergrund stellen", appelliert der Wiener Erzbischof.
Nachdenklich blickt Grünwidl in der Videobotschaft auch auf Herausforderungen wie die demografische Entwicklung, die "Anlass zur Besorgnis gibt". Die von der Regierung geplante Sozialhilfereform sieht der Erzbischof kritisch. "Das Sozialnetz wird durch die neue Reform noch einmal angespannter, und die Situation für viele Menschen an der Armutsgrenze wird sich verschärfen", warnt er.
Herausforderungen gemeinsam meistern
Grundsätzlich sei er aber überzeugt, so Grünwidl: "Wir werden kritische Zeiten und Herausforderungen gemeinsam meistern; das hat Österreich in der Vergangenheit schon oft bewiesen." Dazu nötig seien "Menschen, die nicht nur fragen, was wünsche ich mir, sondern auch, wie ist die Realität, was ist jetzt zu tun und was ist mein Beitrag für ein gutes Miteinander".
Er sei zuversichtlich hinsichtlich der anhaltenden Bedeutung der Wurzeln Österreichs, so Grünwidl abschließend. Dies gelte auch "im Blick auf unseren christlichen Glauben und auf unsere Werte, die unser Land geprägt haben und hoffentlich auch in Zukunft prägen".