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Barmherzige Brüder
Bild Copyright: © Ludwig Schedl, ludwigschedl@gmail.com

Ordensprovinzial: "Ein Miteinander über Grenzen hinweg kann gelingen"

26.10.2026 12:14
Österreich/Deutschland/Kirche/Gesundheitseinrichtung/Orden/Barmherzige.Brüder/Knopp
Frater Rudolf Knopp, Provinzial der Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder, im Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig" über den Blick für Menschen am Rand der Gesellschaft und warum das Bemühen um ein gutes Miteinander in der neuen mitteleuropäischen Großprovinz Vorbildwirkung haben kann
Wien, 26.10.2026 (KAP) Einen verstärkten Blick auf jene Menschen, die durch die Netze im Gesundheitssystem fallen, wünscht sich der neue Provinzial der Barmherzigen Brüder, Frater Rudolf Knopp. In einer neuen Folge des Religionspodcasts "Wer glaubt, wird selig", gibt Knopp umfassend Auskunft über seinen persönlichen Glaubens - und Lebensweg, die neue mitteleuropäische Großprovinz der Barmherzigen Brüder, der er vorsteht - "ein Miteinander über Grenzen hinweg kann gelingen" -, und was ein Ordenskrankenhaus überhaupt (noch) zum Ordenskrankenhaus mit Mehrwert macht.

Im Blick auf die Debatten rund um notwendige Reformen des Gesundheitssystems meint Knopp, dass die Situation zwar in jedem Land anders sei, grundsätzlich aber überall aufgrund der knapper werdenden Ressourcen Reformen notwendig sind. Für die meisten Menschen werde es wohl auch künftig eine gute Versorgung geben, aber eben nicht für alle.

Gerade hier sieht der Provinzial auch künftig einen zentralen Aufgabenbereich für die Barmherzigen Brüder. Er verweist im Podcast-Gespräch etwa für Österreich auf die Ambulanz für Nichtversicherte im Ordenskrankenhaus in Wien oder die Gehörlosenambulanzen in Wien, Graz, Klagenfurt und Linz. In München gebe es etwa eine mobile medizinische Versorgung von obdachlosen Menschen. So erreiche man Menschen, die niemals von selbst in eine Praxis gehen würden, erläuterte der Provinzial. Nachsatz: "Barmherzigkeit ist das Gespür für den leisen Unterschied." Die speziellen Angebote seien von Ort zu Ort verschieden, das grundsätzliche Anliegen aber überall gleich.

5 Länder, 24.000 Mitarbeitende, 49 Brüder

Frater Rudolf Knopp wurde am 22. Jänner 2026 zum ersten Provinzial der neu gegründeten Ordensprovinz Europa Mitte gewählt. Mit der Zusammenlegung der Österreichischen und Bayerischen Provinz entstand mit Sitz in Wien eine neue Struktur, die über Ländergrenzen hinweg arbeitet. In der neuen Ordensprovinz mit Standorten in Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder Spitäler sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen.

In diesen Einrichtungen gibt es fast 6.000 Krankenhausbetten und über 800 Betreuungsplätze für ältere Menschen. Weiters werden fast 4.000 Menschen mit Behinderungen betreut und annähernd 900 Menschen in Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens ausgebildet. Die neue Provinz zählt mehr als 24.100 Mitarbeitende.

Die Provinz zählt zugleich 49 Ordensbrüder, denen besagte 24.100 Mitarbeitende gegenüberstehen. Umso größer sei die Herausforderung, die Mitarbeitenden auch in gewisser Weise in der Spiritualität des Ordens zu schulen. Neben professioneller medizinischer Versorgung und Pflege gehe es darum, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Patientinnen und Patienten signalisiert: "Du bist wichtig und ich bin jetzt für dich da!" Nachsatz: "Das muss der Patient spüren."

Die Vereinigung als neue Provinz bezieht sich vor allem auf die Verwaltung des brüderlichen Bereichs und die Leitungsgremien des Ordens. Die einzelnen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Krankenhäuser, Hospize und viele andere Werke des Gesundheits- und Sozialsystems sowie die Konvente sind in ihrem Tun und Handeln nicht direkt betroffen. An ihren Namen oder ihrer Rechtspersönlichkeit gibt es keine Änderungen.

Die menschlichen Herausforderungen der Zusammenlegung sind aber auch so nicht unwesentlich, räumt der Provinzial ein. So gelte es, Ängste der kleineren östlichen Staaten auszuräumen und durch eine wertschätzende Kommunikation Vertrauen aufzubauen. Man sei jedenfalls auf einem guten Weg, befindet Frater Rudolf. Nicht zuletzt könnten die Barmherzigen Brüder angesichts der politischen Entwicklungen in viel zu vielen Ländern Europas auch ein Beispiel dafür geben, "dass ein Miteinander gelingen kann".

Ein kleiner Baustein für ein gutes Miteinander über Grenzen und Sprachen hinweg sei auch das neue Magazin "Misericordia", das erstmals im Sommer 2025 erschien. Es gibt neben einer deutschen auch eine inhaltlich gleiche Ausgabe in ungarischer und tschechischer Sprache. Das Mitarbeiter-Magazin der Barmherzigen Brüder erscheint vier Mal im Jahr und will dazu beitragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Provinz zu stärken.

Ein Leben im Orden

Der neue Provinzial wurde 1958 in Deutschland geboren. 1979 trat er in den Orden der Barmherzigen Brüder ein, war anfangs in der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung tätig und übernahm im Laufe der Jahre zahlreiche leitenden Funktionen in verschiedenen Einrichtungen und Werken.

Er war auch für insgesamt drei Amtsperioden Provinzial der früheren Bayerischen Ordensprovinz inne. Auch in der Generalkurie in Rom war Knopp lange Zeit tätig. Über seinen Werdegang, warum er sich überhaupt für ein Ordensleben und dann auch noch ausgerechnet für die Barmherzigen Brüder entschieden hat, sowie über seine vielen verschiedenen Stationen und Herausforderungen gibt der neue Provinzial im Podcast ebenfalls ausführlich Auskunft.

Der von der ökumenischen Radioagentur Studio Omega produzierte Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig" ist auf der Website der katholischen Kirche in Österreich (www.katholisch.at), www.studio-omega.at, https://studio-omega-der-podcast.simplecast.com sowie allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.
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