Bischofskonferenz-Vorsitzende, die gemeinsam die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents vertreten, beraten vier Tage lang in Österreich - Erzbischof Lackner ist Gastgeber - Synodalität und Rolle der Priester als Themen, auch Neuwahl des CCEE-Präsidiums steht an
Salzburg, 26.10.2026 (KAP) Salzburg ist ab Dienstag erstmals Tagungsort der Vollversammlung des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Gastgeber der viertägigen Versammlung der Bischofskonferenz-Vorsitzenden, die gemeinsam die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents vertreten, ist der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der zugleich Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ist. Unter dem Thema "Evangelisierung und Synodalität: Die Sendung der Priester in Europa heute" kommen insgesamt rund 40 Bischöfe aus ganz Europa zusammen.
Zu den Teilnehmern zählen unter anderem CCEE-Präsident Erzbischof Gintaras Gruas, der Präfekt des Dikasteriums für den Klerus, Kardinal Lazzaro You Heung-sik, der Generalsekretär der Synode, Kardinal Mario Grech, sowie Erzbischof Filippo Iannone, der höchste Vatikanbeamte für die Bischöfe. Bei der Tagung steht turnusgemäß auch die Wahl des CCEE-Vorsitzenden sowie des Präsidiums an.
Erzbischof Lackner zeigte sich im Vorfeld der Vollversammlung sehr zuversichtlich: "Die Spitzen der Bischofskonferenzen aus ganz Europa in Salzburg empfangen zu dürfen, ist eine große und denkwürdige Ehre, nicht nur für die Kirche in Salzburg, sondern für ganz Österreich." Er freue sich sehr auf dieses Treffen und den Austausch über Evangelisierung und Synodalität, so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz.
Synodalität und Rolle der Priester
Haupttagungsort ist das kirchliche Bildungszentrum St. Virgil. Am Donnerstag wird die Versammlung das neue CCEE-Präsidium wählen. Das Programm umfasst zudem Gottesdienste, kulturelle Begegnungen und Besuche bedeutender kirchlicher Orte in Salzburg. Höhepunkte sind Festgottesdienste mit allen Bischöfen in der Erzabtei St. Peter, in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Mülln sowie die Abschlussmesse in der Wallfahrtskirche Maria Plain.
Im Mittelpunkt der Beratungen stehen laut CCEE-Aussendung die Umsetzung des weltweiten synodalen Prozesses, die Rolle der Priester in einer sich wandelnden Gesellschaft sowie aktuelle pastorale und kirchliche Herausforderungen in Europa. Zum Arbeitsprogramm zählen auch Gastbeiträge hochrangiger kirchlicher Fachexpertinnen und Fachexperten. Zu den Vortragenden gehören u. a. Erzbischof Bernardito Auza, Apostolischer Nuntius bei der Europäischen Union, Mariano Crociata, Präsident der COMECE, und Caritas-Europa-Präsident Michael Landau.
Rat der Europäischen Bischofskonferenzen
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) (lateinisch: Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) ist der Zusammenschluss der Präsidenten der römisch-katholischen Bischofskonferenzen Europas. Der Rat umfasst 39 Mitglieder: 33 Bischofskonferenzen, die Erzbischöfe von Luxemburg und des Fürstentums Monaco, den maronitischen Erzbischof von Zypern sowie die Bischöfe von Chisinau (Moldau), der Eparchie Mukatschewo (Ukraine) und der Diözese Tallinn (Estland). Gemeinsam vertreten sie die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents.
Der CCEE wurde 1971 gegründet, nachdem europäische Bischöfe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) entsprechende Initiativen ergriffen hatten. Er fördert die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Bischofskonferenzen Europas und unterstützt eine gemeinsame pastorale Antwort auf die sozialen, kulturellen und spirituellen Herausforderungen des Kontinents. Zu seinen Schwerpunkten zählen etwa die Zusammenarbeit in Bereichen wie Migration, Medien, Ökumene, interreligiöser Dialog und soziale Fragen. Besonders eng arbeitet der CCEE mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zusammen und setzt sich für den Dialog zwischen den christlichen Kirchen sowie für ein gemeinsames christliches Zeugnis in Europa ein.
(Website Rat der Europäischen Bischofskonferenzen, CCEE: www.ccee.eu)