Familienverband: Kleine Rituale stärken die Weitergabe des Glaubens
26.10.202612:32
Österreich/Kirche/Glaube/Familie
Vatikan-Schreiben konstatierte zuletzt Generationsbruch bei Glaubensvermittlung - St. Pöltner Familienverband-Vorsitzender Pitzinger betont Rolle von Großeltern und plädiert für positives Vorleben des Glaubens im Alltag mit Kreuzzeichen, Tischgebet und Wallfahrten
St. Pölten, 26.10.2026 (KAP) Ein Kreuzzeichen vor dem Schlafengehen, das Tischgebet oder gemeinsame Ausflüge zu Wallfahrtsorten: Kleine Rituale können helfen, den Glauben an die nächste Generation weiterzugeben. Darauf hat Peter Pitzinger, Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes der Diözese St. Pölten, hingewiesen. Großeltern könnten dabei eine wichtige Rolle spielen, erklärte der selbst mehrfache Großvater in einer Medienmitteilung am Montag.
Entscheidend sei, den Glauben nicht durch Regeln aufzudrängen, sondern ihn im Alltag vorzuleben. Die Weitergabe des Glaubens zwischen den Generationen gelinge heute oftmals durch gelebte Beziehungen, Vertrauen und den Alltag, so Pitzinger. Liebevolle Gesten wie ein Kreuzzeichen auf die Stirn der Enkelkinder Kindern beim Verlassen des Hauses könnten ebenso in Erinnerung bleiben wie gemeinsame Erlebnisse an Wallfahrtsorten.
Auch das Erzählen von Geschichten, das gemeinsame Feiern religiöser Feste und offene Antworten auf Kinderfragen könnten christliche Werte wie Nächstenliebe und Dankbarkeit vermitteln. Das Tischgebet sei für Kinder oft besonders wertvoll. Pitzinger erinnerte, das "Familie der erste Orte der Glaubensweitergabe ist".
Wichtig sei vor allem die Authentizität. Wenn Kinder erlebten, dass der Glaube den Großeltern in schwierigen wie in frohen Zeiten Halt gebe, könne er auch für ihr eigenes Leben zu einer Ressource werden.
Anlass für Pitzingers Appell ist ein jüngst veröffentlichtes vatikanisches Schreiben, das einen "Generationsbruch" in der Glaubensweitergabe konstatiert. Viele Getaufte kämen nur noch zu Anlässen wie Hochzeiten oder Beerdigungen mit der Kirche in Berührung, heißt es in dem Schreiben der vatikanischen Glaubensbehörde. Zudem täten sich viele schwer, "die Sprache der Kirche zu verstehen". Umso wichtiger sei es, den christlichen Glauben positiv vorzuleben, betonte Pitzinger.