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Männerbewegung: Menschlichkeit mehr als Leistung und Fortschritt

27.10.2026 10:33
Österreich/Kirche/Technologie/Geschlecht
Ethiker Schlagnitweit betont Bedeutung von Beziehungen, Verletzlichkeit und Solidarität im technologischen Zeitalter - Romero-Festmesse am 22. November im Wiener Stephansdom
Linz/Wien, 27.10.2026 (KAP) Nicht technologische, wirtschaftliche oder wissenschaftliche Höchstleistungen machen den Menschen einzigartig, sondern seine Beziehungsfähigkeit, Herzensbildung und Solidarität: Darauf hat der Sozial- und Wirtschaftsethiker Markus Schlagnitweit bei der Diözesankonferenz der Katholischen Männerbewegung Oberösterreich (KMB) am Samstag in Wels betont. Angesichts der rasanten Entwicklung von Technologien wie etwa Künstliche Intelligenz (KI) brauche es ein Menschenbild, das auch die Endlichkeit, Begrenztheit und Verletzlichkeit des Menschen als Voraussetzungen eines erfüllten Zusammenlebens anerkenne.

Unter dem Titel "In Sorge um das (gemeinsame) Menschsein" stellte die KMB der Diözese Linz die Frage, was den Menschen in einer zunehmend digitalisierten Welt ausmacht, in den Fokus. Ausgehend von der Sozialenzyklika "Magnifica humanitas" (2026) rückte Schlagnitweit jene Eigenschaften in den Mittelpunkt, die menschliches Leben über Leistung und technischen Fortschritt hinaus prägen.

Bischof Manfred Scheuer erinnerte in seiner Predigt anhand des Sonnengesangs des heiligen Franziskus an die Verantwortung für die Schöpfung. Die Sorge um die Erde und die Sorge um die Menschen seien untrennbar miteinander verbunden. Bei der Konferenz präsentierte KMB-Diözesanobmann Bernhard Steiner zudem die jährlichen Erklärungen der Männerbewegung in Oberösterreich. Sie formulieren deren grundlegende Positionen und sollen Impulse für die Arbeit im laufenden Jahr geben.

Zum neunten Mal feiert die Katholische Männerbewegung eine Festmesse zu Ehren des 1980 ermordeten Erzbischof Oscar Arnulfo Romero von San Salvador (El Salvador) am Christkönigssonntag (22. November) im Wiener Stephansdom. Anlass ist die Heiligsprechung von Romero am 14. Oktober 2018 durch Papst Franziskus in Rom. Der Erzbischof von San Salvador wurde am 24. März 1980 wegen seines gesellschaftspolitischen Engagements für soziale Gerechtigkeit am Altar ermordet. Der Romero-Preis von SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, wurde 1980 in Würdigung dieses Engagements eingeführt.
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