Papst: "Es gibt keinen heiligen Krieg, nur der Frieden ist heilig!"
27.10.202617:00
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Leo XIV. ruft in Videobotschaft zum Abschluss des Weltfriedenstreffens in Assisi die Führer der Weltreligionen zu neuen Friedensbemühungen auf - Papst: "Krieg darf niemals im Namen Gottes geführt werden!"
Vatikanstadt/Assisi, 27.10.2026 (KAP) "Es gibt keinen heiligen Krieg, nur der Frieden ist heilig!" Mit diesen Worten hat Papst Leo XIV. die in Assisi versammelten Führer der Weltreligionen zu neuen Friedensbemühungen aufgerufen.
In einer am Dienstagnachmittag verbreiteten Videobotschaft forderte der Papst: "Der Frieden muss wieder zum gemeinsamen Ideal der Völker werden, zum Leitstern, der alle unsere Entscheidungen leitet, zum Maßstab, der Ungerechtigkeit entlarvt, zum gemeinsamen Horizont aller Völker."
Anlass des Weltgebetstreffens in Assisi war der 40. Jahrestag des historischen ersten Weltgebetstreffens für den Frieden, das Papst Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 vor dem Hintergrund der damaligen atomaren Ost-West-Konfrontation einberufen hatte. Anders als ursprünglich geplant, konnte der wegen einer Lungenoperation noch in der Erholungsphase befindliche Papst Leo XIV. nicht persönlich nach Assisi reisen.
Gebete mitten im "Kalten Krieg"
Leo XIV. erinnerte in seiner Botschaft daran, dass zum Zeitpunkt des ersten Weltgebetstreffens noch der "Kalte Krieg" herrschte. Nach dessen Ende in den 1990er Jahren hätten manche gemeint, dass die Globalisierung der Welt einen stabilen Frieden sichern und die Märkte Wohlstand, Demokratie und Stabilität schaffen würden. In Wahrheit habe die Globalisierung aber nicht Einheit und Frieden hervorgebracht, sondern fundamentalistische, identitäre und nationalistische Reaktionen ausgelöst.
Vor diesem Hintergrund erlebe die Welt eine "besorgniserregende Rehabilitierung des Krieges als Instrument der internationalen Politik". Dies sei ein Verrat an den Opfern des "sinnlosen Gemetzels von Millionen Menschenleben" im Zweiten Weltkrieg. Stattdessen erscheine wieder die Anhäufung von Waffen vielen als ein geeignetes Vorgehen, mögliche Gegner vom Krieg abzuhalten.
Keine religiöse Legitimierung von Kriegen
Gerade in diesen Zeiten "einer Kultur der Macht" sei es notwendig, den Geist von Assisi weiter wachsen zu lassen. Dieser lehne die religiöse Legitimierung des Krieges ab, sei ein Geist der Vermittlung und des Dialogs, des Gebets und des kreativen Handelns für eine Zukunft in Frieden.
Weiter rief der Papst: "Wir müssen überall den Frieden wiederherstellen, statt weitere Kriege vorzubereiten! Krieg darf niemals im Namen Gottes geführt werden!"
Die Botschaft von Leo XIV. und das Friedensgebet zahlreicher hochrangiger Vertreter der Weltreligionen, unter ihnen aus den christlichen Kirchen etwa der Ökumenische Patriarch Bartholomaios und die Anglikaner-Primas Sarah Mullally, bildete den Höhepunkt des dreitägigen Assisi-Treffens. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte vor 40 Jahren für seine ungewöhnliche Initiative bewusst die Stadt des heiligen Franziskus gewählt, Symbolfigur für Frieden und interreligiösen Dialog.