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Kurienerzbischof Paul Gallagher
Vatikan
Bild Copyright: © Kathpress/Paul Wuthe

Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA in naher Zukunft

27.10.2026 20:37
Vatikan/USA/Papst/Diplomatie
Leo XIV. ist der erste Papst aus den USA. Dass er seine Heimat noch in der Amtszeit von Präsident Trump besuchen wird, mit dem er selten einer Meinung ist, galt vielen als unwahrscheinlich. Doch nun scheint es möglich.
Rom, 27.10.2026 (KAP) Der vatikanische Außenminister, Erzbischof Paul Gallagher, hat eine Reise von Leo XIV. in dessen Heimatland in Aussicht gestellt. Bei einem Pressegespräch am Dienstagabend in Rom sagte der päpstliche Spitzendiplomat, er erwarte eine USA-Reise des Papstes "in der nahen Zukunft". Vielleicht werde er sie mit einer Reise nach Mexiko kombinieren, da er auch das Marienheiligtum der Jungfrau von Guadalupe besuchen wolle.

Eine mögliche Reise solle möglichst weder in die Nachwehen der Midterm-Wahlen noch in den Vorwahlkampf zur Präsidentschaft geraten. US-amerikanische Vatikanbeobachter rechnen daher mit einer Reise im kommenden Jahr: Da die "Primaries" zur Präsidentenkür im Jänner 2028 beginnen, bliebe für eine zeitnahe USA-Reise von Leo XIV. nur das wahlfreie Jahr 2027.

Über die Beziehungen zur US-Regierung sagte der vatikanische Außenbeauftragte, der Heilige Stuhl verfüge sowohl zum Weißen Haus als auch zum US-Außenministerium über Gesprächskanäle. Es gebe zudem eine gute Verbindung über den Vatikan-Botschafter der USA, Brian Burch, mit dessen direktem Draht ins Weiße Haus.

"Gespräch mit Trump bisher nicht nötig"

Wenn es noch keinen direkten Gesprächskontakt zwischen Papst Leo XIV. und Donald Trump gab, liege das daran, dass es "bislang dafür keine Notwendigkeit gegeben hat". Zur Rolle des Vatikans in den Gesprächen mit der Ukraine und Russland bemerkte er, der Vatikan sei froh, dass beide Seiten immer wieder den Kontakt zu Rom suchten.

Zwar wollten weder Moskau noch Washington eine direkte Vermittlerrolle des Heiligen Stuhls. Dennoch schätzten alle beteiligten Parteien die humanitären Vermittlungen des Vatikans und des päpstlichen Sondergesandten, Kardinal Matteo Zuppi, zwischen Russland und der Ukraine.

Zur Frage, ob der jüngste Waffenstillstand in der ukrainischen Stadt Oleschky einer Intervention des Papstes oder einer Vermittlung von Präsidentengattin Melania Trump zu verdanken sei, bemerkte Gallagher, es sei völlig "unwichtig, wer hier was beigetragen hat, entscheidend ist das Ergebnis".

Vorschlag einer neuen Helsinki-Konferenz

Zur Überwindung festgefahrener internationaler Konflikte regte Gallagher an, die Staaten sollten wieder an den Geist der Helsinki-Konferenz anknüpfen. Dieses Format habe es in den 1970er Jahren ermöglicht, dass die verfeindeten Blöcke von Ost und West trotz aller Gegensätze miteinander ins Gespräch kamen. Etwas Vergleichbares sei auch jetzt wünschenswert. Zudem würde er es begrüßen, wenn die Atommächte konstruktiv miteinander über die künftige "Architektur der atomaren Abschreckung" sprächen.

In diesem Zusammenhang bekannte Gallagher, dass er persönlich kein Pazifist sei. Er glaube, dass eine Theorie eines gerechten Krieges nützlich sei. Dies gelte auch mit Blick auf die vielen Katholiken, die in den Streitkräften als Soldaten dienten.
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