Abu Dhabi: Kirche verabschiedete Schweizer Bischof Hinder
28.10.202609:01
Vereinigte Arabische Emirate/Schweiz/Kirche/Leute
Schweizer Bischof wirkte mehr als 20 Jahre lang auf der Arabischen Halbinsel und kehrt mit 84 Jahren nun in seine Heimat zurück - Dankgottesdienst in St.-Josefs-Kathedrale in Abu Dhabi
Rom/Abu Dhabi, 28.10.2026 (KAP) Der emeritierte Bischof Paul Hinder kehrt nach mehr als zwei Jahrzehnten im kirchlichen Dienst auf der Arabischen Halbinsel in seine Schweizer Heimat zurück. Das Apostolische Vikariat Südarabien verabschiedete den 84-Jährigen am Sonntag mit einem Dankgottesdienst in der St.-Josefs-Kathedrale in Abu Dhabi. Das berichtete "Vatican News".
Hinders Nachfolger als Apostolischer Vikar von Südarabien, Bischof Paolo Martinelli, leitete die Messe. Er würdigte Hinders Einsatz für die christlichen Gemeinden und den interreligiösen Dialog. Zudem erinnerte er an dessen Engagement für neue Kirchen, kirchliche Bildungseinrichtungen und katholische Schulen. Diese bieten vor allem Kindern aus Migrantenfamilien Bildung und Begegnung.
Papst Johannes Paul II. hatte den Schweizer Kapuziner Ende 2003 zum Weihbischof des damaligen Apostolischen Vikariats Arabien. Im Jahr 2005 übernahm Hinder dessen Leitung. Nach der Teilung des Vikariats im Jahr 2011 leitete er bis 2022 das Apostolische Vikariat Südarabien. Dazu gehören die Vereinigten Arabischen Emirate, der Jemen und Oman. Von 2020 bis 2023 verwaltete Hinder übergangsweise zusätzlich das Apostolische Vikariat Nordarabien mit Bahrain, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien.
In die Amtszeit von Bischof Hinder fiel mit dem Abu-Dhabi-Besuch von Papst Franziskus im Jahr 2019 die historisch erste Arabien-Reise eines Papstes. 2022 konnte er Franziskus auch in Bahrain begrüßen. Bischof Martinelli hob bei der Dankmesse aber auch Hinders Umgang mit Krisen hervor. Im Jahr 2016 töteten islamistische Angreifer im Jemen vier Missionarinnen der Nächstenliebe. Zudem entführten sie einen Priester. Hinder habe diese Ereignisse mit Gebet, Entschlossenheit und seelsorglicher Nähe begleitet, so Martinelli.
Die beiden Apostolischen Vikariate auf der Arabischen Halbinsel haben zusammen eine Fläche von rund drei Millionen Quadratkilometern und zählen damit zu den größten Kirchenbezirken der Welt. Insgesamt leben in den Vikariaten rund 3,5 Millionen Katholiken, die von nicht einmal 140 Priestern betreut werden. Die Religionsfreiheit der Christen ist wegen der streng islamischen Ausrichtung dieser Länder meist stark eingeschränkt, besonders in Saudi-Arabien.
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