Kirche in Belgien: Mehr Erwachsenentaufen, weniger Priester
29.10.202608:50
Belgien/Religion/Christentum/Kirche/Gesellschaft
Deutlich steigendes Interesse Erwachsener an Taufe, absolute Zahl der Taufen wegen Entwicklung bei Kindestaufen allerdings stark rückläufig
Brüssel, 29.10.2026 (KAP/KNA) In Belgien lassen sich immer mehr Erwachsene katholisch taufen. Im vergangenen Jahr gab es 534 Erwachsenentaufen und damit eine Zunahme von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der katholischen Kirche in Belgien hervor, wie die Nachrichtenagentur KNA berichtet. Fünf Jahre zuvor ließen sich 162 Erwachsene dort taufen.
Insgesamt geht die Zahl der Taufen deutlich zurück. Im vergangenen Jahr waren es 27.666 Taufen, fünf Jahre zuvor noch etwa ein Drittel mehr. Eine rückläufige Tendenz zeigt sich auch bei anderen Sakramenten wie der Erstkommunion, Firmung und Hochzeit.
Der Bericht verzeichnet im Vergleich der vergangenen Jahre auch immer weniger Diözesanpriester. Im vergangenen Jahr waren gut 1.600 Männer Priester einer Diözese, fünf Jahre zuvor waren es knapp 20 Prozent mehr. Die Zahl der Seminaristen in den acht belgischen Diözesen hat sich im gleichen Zeitraum fast halbiert. 2025 waren es 26.
In den vergangenen Jahren berichteten einige europäische Länder, darunter auch Österreich, über wachsendes Interesse Erwachsener an der Taufe. Gerade in Frankreich gab es einen regelrechten Boom bei Erwachsenentaufen. Dort machen sie mittlerweile rund zehn Prozent aller Taufen in der katholischen Kirche aus.
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