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Im Jahr 2002 sind Marienschwestern vom Karmel aus Linz nach Uganda aufgebrochen, um den Menschen dort während des Bürgerkrieges zu helfen.
Bild Copyright: © Marienschwestern

Ordensfrauen fordern mehr Anerkennung in der Entwicklungshilfe

29.10.2026 10:08
USA/Italien/Kirche/Entwicklungshilfe/Orden
Bericht hebt langfristige Präsenz und Führungskompetenz der Ordensfrauen vor Ort hervor, auch als wichtige Ressource angesichts sinkender internationaler Hilfsgelder
Rom, 29.10.2026 (KAP) Katholische Ordensfrauen leisten nach eigener Einschätzung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit, werden bei strategischen Entscheidungen aber häufig übersehen. Angesichts sinkender internationaler Hilfsgelder seien langfristiges Engagement und vertrauensvolle Beziehungen vor Ort besonders wichtig, betonen drei Ordensfrauen in einem Beitrag auf der Plattform "Devex", von dem die Ordens-Plattform "Global Sisters Report" berichtet. "Wenn die Hilfe ausbleibt, wer bleibt dann?", fragen sie angesichts weltweit gekürzter Fördermittel.

Die öffentliche Entwicklungshilfe sei 2025 um mehr als 23 Prozent zurückgegangen, was der stärkste jährliche Rückgang seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen sei, schreiben die Autorinnen. Dadurch gerieten Regierungen, NGOs und lokale Einrichtungen unter Druck. Kliniken und Schulen müssten schließen, Programme eingestellt werden. Ordensfrauen seien dagegen häufig über Jahrzehnte in den Gemeinden präsent, in denen sie arbeiteten. "Wir werden nicht in diese Gemeinden entsandt - sie sind unsere Heimat", heißt es in dem Beitrag.

Weltweit leben und wirken mehr als 700.000 katholische Ordensfrauen, erinnern die Autorinnen. Sie betreiben Schulen, Gesundheitszentren, Programme gegen Menschenhandel, Flüchtlingshilfe, Ausbildungsstätten und nachhaltige Landwirtschaftsprojekte. Ihr Beitrag bestehe nicht nur in den angebotenen Dienstleistungen, sondern auch im Vertrauen, das sie über Generationen aufgebaut hätten.

Von Kampf gegen Menschenhandel bis Gemeindearbeit

Als Beispiel nennt die auf den Philippinen geborene und in Rom tätige Ordensfrau Sr. Abby Avelino das internationale Netzwerk Talitha Kum, das sich in mehr als 100 Ländern gegen Menschenhandel und Ausbeutung einsetzt. Die Begleitung von Betroffenen erfordere mehr als politische Maßnahmen und finanzielle Unterstützung. Eine junge Frau, die Ausbeutung überlebt habe, habe ihr einmal gesagt: "Danke, dass du dir meine Geschichte angehört und mich mit Hoffnung begleitet hast."

Sr. Norma Pimentel, die die katholische Flüchtlings- und Migrantenhilfe im texanischen Rio Grande Valley leitet, verwies auf die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen an der US-mexikanischen Grenze. Noch bevor Menschen rechtliche Unterstützung, Unterkunft oder Transport benötigten, müssten sie erfahren, dass sie wahrgenommen würden und nicht allein seien. Auch wenn die öffentliche Aufmerksamkeit nachlasse, blieben ihre Bedürfnisse bestehen - und die Ordensfrauen ebenfalls.

Sr. Georgette Sidbewendin Sawadogo schreibt über Projekte zur wirtschaftlichen Stärkung junger Frauen in Ostafrika. In Kenia unterstützt sie Bildungs- und Ausbildungsinitiativen, durch die junge Frauen zu Unternehmerinnen, Mentorinnen und Führungskräften in ihren Gemeinden werden könnten. Auch einfache vertikale Gärten stärkten die Ernährungssicherheit, wenn Familien ihr Wissen untereinander weitergäben.

Expertise und Führungskompetenz

Die Autorinnen fordern Entwicklungsorganisationen, Regierungen und Geldgeber auf, Ordensfrauen stärker in strategische Entscheidungen und politische Beratungen einzubeziehen. Durch ihre langjährige Präsenz vor Ort, ihre Kenntnis lokaler Sprachen und Lebensbedingungen sowie das Vertrauen der Bevölkerung könnten sie dazu beitragen, Hilfsangebote gezielter und nachhaltiger zu gestalten. Statt bei jedem neuen Projekt Strukturen aufzubauen, sollten Geldgeber bestehende Initiativen stärken und deren Ausbau ermöglichen.

Investitionen in diese Arbeit stärkten nicht nur einzelne Einrichtungen, sondern auch die Fähigkeit der Gemeinden, eigene Lösungen zu entwickeln und langfristig weiterzuführen, heißt es weiter. Ordensfrauen seien daher nicht bloß Dienstleisterinnen oder Vertreterinnen kirchlicher Hilfswerke, sondern erfahrene lokale Führungskräfte, deren Wissen und Netzwerke in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit stärker berücksichtigt werden sollten.

Aktuelle Beispiele für den Beitrag von Ordensfrauen liefert das Portal "Global Sisters Report" auch aus Pakistan: Zwei katholische Ordensfrauen wurden in der Hauptstadt Islamabad am 14. Oktober mit dem nationalen Dukhtaran-e-Pakistan Excellence Award ausgezeichnet. Sr. Mariam Gill, Leiterin eines Hospizes in der Stadt Rawalpindi, erhielt die Ehrung für ihren Einsatz in der Gesundheitsversorgung und für Menschen mit Behinderungen, Sr. Genevieve Ram Lal für ihr Engagement für Frauenförderung und soziale Entwicklung.
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