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Prozess im vatikanischen Immobilienskandal beginnt erneut

29.10.2026 15:30
Vatikan/Justiz/Immobilien/Finanzen/Kirche
Nach Berufung der Angeklagten um Kurienkardinal Angelo Becciu gegen Urteile des Jahres 2023 wird ab Jänner erneut verhandelt
Vatikanstadt, 29.10.2026 (KAP) Mit der Festlegung der ersten Prozesstage hat am Donnerstag die Neuauflage des Strafprozesses im sogenannten Londoner Immobilienskandal des Vatikans begonnen. In dem Prozess, in dessen Mittelpunkt der italienische Kurienkardinal Angelo Becciu steht, geht es im Kern um eine Immobilieninvestition, die der Heilige Stuhl im vergangenen Jahrzehnt in London tätigte. Durch sie entstanden dem Vatikan Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.

Als erste Prozesstage zur Klärung von Verfahrensfragen wurden nun vom Vatikangericht die vier Vormittage vom 26. bis 29. Jänner 2027 festgesetzt. Grundlage ist eine Entscheidung des vatikanischen Berufungsgerichts vom 17. März 2026. Das Gericht hatte damals angeordnet, die Beweisführung in dem Fall neu aufzurollen, weil sie im Prozess erster Instanz fehlerhaft und unvollständig gewesen sei. Die Urteile der ersten Instanz vom Dezember 2023, darunter eine fünfeinhalbjährige Haftstrafe für Becciu, hob das Gericht jedoch zunächst nicht auf.

Das Berufungsgericht ordnete an, dass die Anklage diesmal die vollständigen Akten der Beweisführung vorlegen müsse. Die Anklage hatte in erster Instanz einige Protokolle von Gesprächsaufzeichnungen, durch die Becciu und andere Angeklagte belastet wurden, lediglich mit Schwärzungen vorgelegt.

Damit wurde aus Sicht des Berufungsgerichts das Recht der Angeklagten und der Verteidiger auf volle Einsicht der sie belastenden Akten missachtet. Aus diesem Grund müssen nun neue Verhandlungen auf der Grundlage des vollständigen Beweismaterials geführt werden. Unklar ist bislang, ob die ehemals geschwärzten Passagen in den Akten weitere vatikanische sowie sonstige Akteure belasten.
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