NÖ: Neue Skulptur würdigt Leopold Figls christliches Vermächtnis
29.10.202615:28
Österreich/Kirche/Politik/Geschichte/Leute
Denkmal in Neuhofen an der Ybbs erinnert an Besuch Figls vor 80 Jahren - Festredner aus Kirche und Politik hoben Figls Glaubensüberzeugung hervor
St. Pölten, 29.10.2026 (KAP) Eine neue Skulptur erinnert in Neuhofen an der Ybbs/NÖ an den früheren Bundeskanzler Leopold Figl (1902-1965) und dessen christliche Überzeugung. Das vom Künstler Gernot Kromoser entworfene und von Christoph Bruckner umgesetzte Kunstwerk wurde bei einem Festakt im Vorfeld des Nationalfeiertags von Pfarrer Christoph Hofstätter gesegnet, wie die Kirchenzeitung "Kirche bunt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.
Anlass war der 80. Jahrestag der Enthüllung des Ostarrichi-Steins, den Figl vor der Pfarrkirche der Gemeinde am 27. Oktober 1946 enthüllt hatte. Dieser erinnert an die Bedeutung Neuhofens für die österreichische Geschichte: In der sogenannten Ostarrichi-Urkunde von 996 wird der Ort als "Niuuanhova" erwähnt. Die Urkunde gilt als erster schriftlicher Beleg für den Namen Österreich.
Bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche würdigte Abt Petrus Pilsinger vom Benediktinerstift Seitenstetten Figls Glaubensüberzeugung und Menschlichkeit. Der Politiker habe seinen Glauben auch während seiner Gefangenschaft in der NS-Zeit gelebt. An dem Festakt nahmen zahlreiche Gläubige und Vertreter von Organisationen sowie Ehrengäste teil, darunter Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Politische Prominenz würdigte Figl
Bürgermeisterin Maria Kogler und Ministerin Tanner hoben Figls "außergewöhnliche Haltung und Verantwortungsbewusstsein" hervor. Der ehemalige Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka erinnerte an Figls unerschütterliche Verbundenheit mit Österreich. Trotz der Repressalien durch die Nazis habe er weder seine Hoffnung noch seinen Glauben an die Zukunft seiner Heimat verloren.
Leopold Figl verbrachte insgesamt rund sechseinhalb Jahre in nationalsozialistischer Gefangenschaft. Nach seiner Befreiung im Mai 1945 übernahm er politische Verantwortung beim Wiederaufbau Österreichs. Von 1945 bis 1953 war er Bundeskanzler, anschließend Außenminister. In dieser Funktion unterzeichnete er 1955 den österreichischen Staatsvertrag und verkündete die berühmt gewordenen Worte: "Österreich ist frei!" Für Leopold Figl wurde vor einigen Jahren ein Seligsprechungsverfahren eröffnet.
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