Erzbischof Gintaras Linas Grusas für fünf weitere Jahre an der Spitze des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) - Neue Vizepräsidenten sind der irische Erzbischof Eamon Martin und der kroatische Erzbischof Drazen Kutlesa
Salzburg, 29.10.2026 (KAP) Erzbischof Gintaras Linas Grusas (65) leitet für weitere fünf Jahre den Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Die Delegierten der in Salzburg erstmals tagenden CCEE-Vollversammlung wählten den Erzbischof von Vilnius und Vorsitzenden der Litauischen Bischofskonferenz am Donnerstag erneut zu ihrem Präsidenten. Neue Vizepräsidenten des CCEE sind Eamon Martin (64), Erzbischof von Armagh und Primas von ganz Irland, sowie der Vorsitzende der Kroatischen Bischofskonferenz, der Zagreber Erzbischof Drazen Kutlesa (58). Sie folgen auf Kardinal Jean-Claude Hollerich und Kardinal Ladislav Nemet. Österreich ist bei der CCEE-Vollversammlung durch ihren Bischofskonferenz-Vorsitzenden Erzbischof Franz Lackner vertreten.
Grusas wurde am 23. September 1961 in Washington als Sohn litauischer Eltern geboren. Nach einem ersten Studienabschluss als Informatiker folgten philosophische und theologische Studien in den USA und Rom.
1994 wurde Grusas zum Priester der Erzdiözese Vilnius geweiht und kehrte nach Litauen zurück, wo er bis 1997 als Generalsekretär der Bischofskonferenz tätig war. Nach vertiefenden kirchenrechtlichen Studien in Rom, die er mit dem Doktortitel abschloss, leitete er 2001 bis 2003 als Rektor das Priesterseminar von Vilnius. Von 2004 bis zu seiner Ernennung zum Militärbischof von Litauen im Jahr 2010 diente er der Bischofskonferenz abermals als Generalsekretär. 2013 wurde Grusas zum Erzbischof von Vilnius ernannt. Im September 2021 wählten ihn die Bischofskonferenz-Vorsitzenden Europas erstmals zum Präsidenten des CCEE.
Erster Vizepräsident aus Irland
Martin wurde am 30. Oktober1961 im nordirischen Derry geboren und 1987 zum Priester der gleichnamigen Diözese geweiht. Er unterrichtete Mathematik und Religion am St. Columb's College in Derry, dessen Rektor er später wurde. Von 2008 bis 2010 war er Exekutivsekretär der Irischen Bischofskonferenz und einer der Leiter des von der Bischofskonferenz 2006 eingerichteten Kinderschutzprogramms. Anschließend wirkte er als Generalvikar und Diözesanadministrator von Derry.
Im April 2013 empfing er die Bischofsweihe als Koadjutorerzbischof von Armagh und übernahm am 8. September 2014 die Leitung der Erzdiözese. Als Erzbischof von Armagh ist er zugleich Primas von ganz Irland. Im Oktober 2014 wurde er zum Präsidenten der Irischen Bischofskonferenz gewählt.
Zweiter Vizepräsident aus Kroatien
Kutlesa, geboren am 25. September 1968 in Duvno im früheren Jugoslawien, war nach seiner Priesterweihe am 29. Juni 1993 zunächst in seiner Heimatdiözese Mostar-Duvno tätig und ein enger Mitarbeiter des damaligen Diözesanbischofs Ratko Peric. Zwischen 2006 und 2011 war Kutlesa, der sich im Kirchenrecht vertiefte, im Vatikan Mitarbeiter in der Bischofskongregation und der Gottesdienstkongregation.
Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 17. Oktober 2011 zum Koadjutorbischof von Porec-Pula, wo er am 10. Dezember die Bischofsweihe empfing. Mit dem Rücktritt Ivan Milovans folgte Kutlesa ihm am 14. Juni 2012 als Bischof von Porec-Pula nach. Am 11. Juli 2020 ernannte Papst Franziskus Kutlesa zum Koadjutor des erkrankten Erzbischofs Marin Barisic in der dalmatinischen Küstenmetropole Split. Nach der Emeritierung von Barisic amtierte Kutlesa seit Mai 2022 als Erzbischof von Split-Makarska. Ende Oktober 2022 wurde er von den kroatischen Bischöfen zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Knapp ein Jahr später am 15. April 2023 wurde Kutlesa von Papst Franziskus zum Erzbischof von Zagreb ernannt.
Rat der Europäischen Bischofskonferenzen
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) (lateinisch: Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) ist der Zusammenschluss der Präsidenten der römisch-katholischen Bischofskonferenzen Europas. Der Rat umfasst 39 Mitglieder: 33 Bischofskonferenzen, die Erzbischöfe von Luxemburg und des Fürstentums Monaco, den maronitischen Erzbischof von Zypern sowie die Bischöfe von Chisinau (Moldau), der Eparchie Mukatschewo (Ukraine) und der Diözese Tallinn (Estland). Gemeinsam vertreten sie die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents.
Der CCEE wurde 1971 gegründet, nachdem europäische Bischöfe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) entsprechende Initiativen ergriffen hatten. Er fördert die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Bischofskonferenzen Europas und unterstützt eine gemeinsame pastorale Antwort auf die sozialen, kulturellen und spirituellen Herausforderungen des Kontinents. Zu seinen Schwerpunkten zählen etwa die Zusammenarbeit in Bereichen wie Migration, Medien, Ökumene, interreligiöser Dialog und soziale Fragen. Besonders eng arbeitet der CCEE mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zusammen und setzt sich für den Dialog zwischen den christlichen Kirchen sowie für ein gemeinsames christliches Zeugnis in Europa ein.
(Honorarfreie Bilder von der CCEE-Vollversammlung in Salzburg unter: www.kathpress.at/fotos)
(Website Rat der Europäischen Bischofskonferenzen, CCEE: www.ccee.eu)