Montserrat Alvarado ab Sonntag Leiterin der Vatikan-Kommunikation
31.10.202616:27
Vatikan/Papst/Medien/Alvarado
Kommunikation gehört seit 2.000 Jahren zu den Kernkompetenzen der katholischen Kirche. Nun hat der Papst erstmals eine Frau an die Spitze seines Medienapparats berufen. Wie er selbst ist auch sie Amerikanerin.
Vatikanstadt, 31.10.2026 (KAP) Es ist eine Personalie der Superlative: Als erste Frau und als erste US-Amerikanerin übernimmt Montserrat Alvarado (39) an diesem Sonntag die Leitung der vatikanischen Kommunikation. Da der Vatikan nicht gendert, lautet ihr offizieller Titel "Präfekt des Dikasteriums für die Kommunikation".
Die in Mexiko geborene und im US-Bundesstaat Florida aufgewachsene Politikwissenschaftlerin hat in Washington DC einen Studienabschluss im Fach Politik-Management mit dem Schwerpunkt Kommunikation gemacht; zuvor studierte sie Musiktheater. Politische Erfahrung hat sie in der US-Hauptstadt im Kampf für die Rechte von Religionsgemeinschaften erlangt, die im Rahmen der strikten Trennung von Staat und Kirche in den USA oft einen schweren Stand haben.
Frühere EWTN-Chefin
Ihre Medienkarriere begann Alvarado beim konservativen katholischen Medienimperium "EWTN" (Eternal Word Television Network). Dort moderierte sie die wöchentliche TV-Sendung "EWTN News in Depth" und stieg dann zur Chefin der weit verzweigten Nachrichtensparte von EWTN auf, zu der auch die Nachrichtenagentur CNA (Catholic News Agency) gehört. In den Nachrichten-Kanälen von EWTN soll sie laut Kennern der Materie die innerkirchlich kämpferische Haltung durch einen sachlich informierenden Ton ersetzt haben.
Wo genau Papst Leo XIV. auf sie aufmerksam wurde und wann er sie wie kontaktierte, hat die eloquente Alvarado bislang nicht erzählt. In ihrem letzten langen Interview für ihren bisherigen Sender EWTN gab sie aber zu verstehen, dass es der Papst persönlich war, der die Initiative zu ihrer Ernennung ergriff.
Ihr neuer Arbeitsbereich umfasst von der vatikanischen Verlagsbuchhandlung über die Tageszeitung "Osservatore Romano" bis hin zum vielsprachigen Online-Angebot von Vatican News und dem vatikanischen Presseamt gleich mehrere offizielle und offiziöse Kanäle. Mit Spannung wird erwartet, wie sie das alles künftig personell und strukturell aufstellen wird.
Wenn der erste Papst aus den USA auch die Leitung des vatikanischen Kommunikationsapparats in amerikanische Hände gibt, dürfte das jedenfalls nicht folgenlos bleiben. Bislang sind dort, von wenigen Ausnahmen abgesehen, italienische Männer tonangebend. Deren Sprache und Mentalität zu erlernen, bezeichnete Alvarado unlängst als eine der für sie derzeit anstehenden Herausforderungen.