Noch vom Klinikbett aus hatte Leo XIV. den Kreml-Chef um eine Feuerpause für die gequälte Bevölkerung im ukrainischen Oleschky gebeten. Sein Appell fruchtete. Vielleicht könnte nun mehr daraus werden, hofft der Papst.
Vatikanstadt, 01.11.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat sich dankbar für die humanitäre Aktion für die Zivilbevölkerung in der besetzten ukranischen Stadt Oleschky gezeigt. "Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit zwischen den Parteien, die diesen gebotenen Akt der Menschlichkeit ermöglicht hat, die Dialogbereitschaft stärkt und zu weiteren konkreten Initiativen für den Frieden führt", sagte er am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.
Papst Leo XIV. hatte selbst Anteil an der Waffenruhe, die ab Dienstag Hilfslieferungen und eine teilweise Evakuierung der Menschen in der südukrainischen Frontstadt ermöglichte. Kurz nach seiner Lungenkrebs-Operation telefonierte er am 16. Oktober von der römischen Gemelli-Klinik aus mit Kreml-Chef Wladimir Putin und bat ihn um einen Waffenstillstand in der seit 2022 besetzten Stadt. Am 19. Oktober telefonierte er in derselben Angelegenheit mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Auch die Ehefrau des US-Präsidenten hatte sich für das Anliegen eingesetzt. Das Weiße Haus meldete am 23. Oktober, Melania Trump habe "erfolgreich eine Waffenruhe ausgehandelt". Der Außenbeauftragte des Papstes, Erzbischof Paul Richard Gallagher, sagte am Montag vor Journalisten, es sei "unwichtig, wer hier was beigetragen hat, entscheidend ist das Ergebnis". Der Vatikan sei über die parallelen humanitären Bemühungen der First Lady nicht im Bilde gewesen.
Derzeit spreche manches dafür, dass die beteiligten Parteien gewillt sind, den Krieg in naher Zukunft zu einem Ende zu bringen, so Gallagher. Er könne sich vorstellen, dass im Verlauf dieser Entwicklung auch der Papst sich in diesen Prozess einbringen werde.