Katholische Bischöfe in Venezuela fordern Fahrplan für Demokratie
02.11.202610:59
Venezuela/Konflikte/Gesellschaft/Kirche
Ruf nach freien und transparenten Wahlen sowie Wiederherstellung der Verfassung - "Dynamik der Polarisierung überwinden"
Caracas, 02.11.2026 (KAP/KNA) Wenige Tage nach der Rückkehr von Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado haben die katholischen Bischöfe in Venezuela eine zügige Demokratisierung des Landes gefordert. Angesichts des politisch angespannten und polarisierten Klimas im Land müsse es nun freie und transparente Wahlen geben, hieß es laut Meldung der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in einer Botschaft zum Abschluss der jüngsten Bischofsvollversammlung am Sonntag.
In dem Schreiben kritisieren die Bischöfe das Fehlen stabiler Institutionen und die Einschränkung demokratischer Garantien. Die Verfassung müsse in ihrer vollen Gültigkeit wiederhergestellt werden. Dazu sei eine personelle Erneuerung des Obersten Gerichtshofs erforderlich, der politisch unabhängig sein müsse, um ein ordnungsgemäßes Verfahren, die Aufhebung von Amtsenthebungen und die Achtung der politischen Rechte aller Bürger zu sichern.
"Dynamik der Polarisierung überwinden"
Nach den Worten der Bischöfe müssen zudem Gesetze aufgehoben werden, die das Handeln von Nichtregierungsorganisationen einschränken. Diese müssten etwa ungehindert für die Versorgung von Betroffenen der jüngsten Erdbeben im Land wirken können.
Die Bischöfe prangern in ihrem Schreiben eine Verarmung der venezolanischen Bevölkerung an sowie Menschenrechtsverletzungen, Kaufkraftverlust und häufige Stromausfälle. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft riefen die Kirchenvertreter dazu auf, "die Dynamik der Polarisierung zu überwinden". Als "Zeichen der Hoffnung" verwiesen die Bischöfe auf die Freilassung politischer Gefangener, zunehmende Meinungsfreiheit und die gesellschaftliche Solidarität nach den jüngsten Erdbeben.