Katholische Kirche in mittelamerikanischem Staat ist seit Jahren politischer Verfolgung und Repression durch das sandinistische Ortega-Regime ausgesetzt
Rom/Managua, 03.11.2026 (KAP) Der Vatikan hat den turnusgemäßen Besuch der Bischöfe von Nicaragua bei Papst Leo XIV. und den Kurienbehörden auf das kommende Jahr verschoben. Die Voraussetzungen für den sogenannten Ad-limina-Besuch seien nicht gegeben, berichtete der katholische Nachrichtendienst SIR in Rom.
Demnach hatte der Vorsitzende der Nicaraguanischen Bischofskonferenz, Carlos Enrique Herrera, den Vorgang gegenüber EWTN News Espanol (Montag) bestätigt. Genau wie drei seiner acht Amtsbrüder befindet sich der Bischof von Jinotega im Exil. Herrera lebt seit zwei Jahren in Rom, nachdem er auf Betreiben des Regimes von Nicaraguas Machthaber Daniel Ortega aus seiner Heimat ausgewiesen worden war.
Auch der Weihbischof der Hauptstadtdiözese Managua, Silvio Baez, sowie Bischof Isidoro Mora von Siuna und Rolando Alvarez, Bischof von Matagalpa und Apostolischer Administrator von Esteli, leben außerhalb Nicaraguas.
Zudem besteht laut SIR die Sorge, dass Nicaraguas Behörden den Bischöfen die Wiedereinreise in ihr Land nach dem Ad-limina-Besuch in Rom verweigern könnten. Ein konkreter Termin für das Treffen im kommenden Jahr steht noch nicht fest, hieß es. Die Bischofskonferenzen aller Länder sind gehalten, alle paar Jahre den Papst in Rom zu besuchen, um mit ihm aktuelle Entwicklungen und Probleme zu besprechen.
Heiliger Stuhl in Sorge um Nicaragua
Die katholische Kirche im mittelamerikanischen Nicaragua sieht sich seit Jahren politischer Verfolgung und Repression ausgesetzt. Darauf hatte auch der Chefdiplomat des Papstes, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen Ende September in New York hingewiesen.
"Der Heilige Stuhl verfolgt die Lage in Nicaragua mit besonderer Sorge und bekräftigt erneut seinen ständigen Aufruf, im Interesse der Bevölkerung und der Kirche in diesem Land den Weg eines respektvollen und konstruktiven Dialogs mit den Behörden des Landes einzuschlagen", sagte Parolin während seiner langen Zusammenschau weltweiter Krisen.
Die linksgerichtete Regierung des sandinistischen Präsidentenpaars Daniel Ortega und Rosario Murillo geht seit Jahren gegen kirchliche Vertreter und deren Institutionen vor. Zudem entzogen die Behörden Tausenden Nichtregierungsorganisationen die rechtliche Grundlage.
Die schwere Krise in Nicaragua begann 2018, als Studenten zunächst gegen eine mutmaßlich von der Regierung geduldete oder gar initiierte Brandrodung in einem Naturschutzgebiet auf die Straßen gingen. Schnell weiteten sich die Demonstrationen zu landesweiten Protesten aus. Das Regime von Machthaber Ortega schlug die Demonstrationen mit Gewalt nieder. Pfarrer und Bischöfe öffneten ihre Kirchen, damit die Demonstrierenden Schutz vor den Polizeikugeln finden konnten.