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COP17: Bischofskonferenz-Koordinierungsstelle zieht gemischte Bilanz

03.11.2026 15:43
Österreich/Klimaveränderung/Artenschutz/Kirche/COP17/KOO
Koordinierungsstelle KOO: "Wichtige Pflöcke für den globalen Biodiversitätsschutz" wurden eingeschlagen, "große Durchbrüche" blieben allerdings aus - Wichtig bleibt finanzielle Ausstattung für die Erreichung der Ziele bis 2030
Wien, 03.11.2026 (KAP) Eine gemischte Bilanz hat die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Zusammenarbeit und Weltkirche (KOO) im Blick auf die 17. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (COP17) gezogen, die am 30. Oktober in Jerewan endete. Es seien "einige wichtige Pflöcke für den globalen Biodiversitätsschutz eingeschlagen" worden, "große Durchbrüche blieben jedoch aus", wird KOO-Fachreferentin Judith Zimmermann-Lackner in einer Presseaussendung am Dienstag zitiert.

Die Anerkennung der Rechte und des Wissens indigener Gemeinschaften sowie die engere Verknüpfung von Klima- und Naturschutz seien wichtige Fortschritte. "Doch ohne ausreichend finanzielle Mittel werden die internationalen Biodiversitätsziele bis 2030 kaum erreichbar sein". Natur dürfe nicht zur "handelbaren Kompensationsware" werden. "Wir brauchen eine gerechte Finanzierung und ein Ende jener Subventionen, die weiterhin zur Zerstörung von Ökosystemen beitragen", so Zimmermann-Lackner.

Die COP17 diente der Überprüfung der Fortschritte bei der Umsetzung jener 23 Biodiversitätsziele, die 2022 von rund 200 Staaten beschlossen wurden. Mit dem sogenannten "Yerevan Pathway" verabschiedeten die Vertragsstaaten einen Fahrplan, der die Umsetzung der globalen Ziele bis 2030 beschleunigen soll.

Finanzierungsfragen blieben ungeklärt

Zu den wesentlichen Ergebnissen zählt die stärkere Verknüpfung von Biodiversitäts- und Klimapolitik. Künftig sollen nationale Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (NBSAPs) sowie die nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) besser aufeinander abgestimmt werden. Zudem wurde die Zusammenarbeit zwischen Weltklimarat und Weltbiodiversitätsrat vertieft. Damit sende die Konferenz ein deutliches Signal an die kommende Weltklimakonferenz und unterstreicht, dass Klima- und Naturschutz nur gemeinsam wirksam vorangebracht werden können, würdigte die KOO den Ertrag der Konferenz.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Stärkung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. Das bestehende Beteiligungsgremium erhielt verbindliche Arbeitsregeln und soll ihre Interessen künftig dauerhaft und wirksamer innerhalb der Biodiversitätskonvention vertreten. Damit würden Wissen, Erfahrungen und Rechte jener Menschen stärker berücksichtigt, die vielerorts unmittelbar zum Schutz von Ökosystemen beitragen.

Weniger Fortschritte habe es indes im Blick auf die Finanzierungsfragen gegeben, monierte die KOO: Zwar wurden neue Initiativen für Biodiversity Credits und die Mobilisierung privater Mittel gestartet, verbindliche internationale Finanzierungszusagen blieben jedoch aus. Die neu gegründete Allianz "Friends of Credits for Nature and Biodiversity" soll internationale Standards für Biodiversity Credits entwickeln und Greenwashing verhindern. Aus Sicht der KOO bergen solche marktbasierten Instrumente erhebliche Risiken. Dazu zählten Landgrabbing, die Verdrängung indigener Gemeinschaften und die Finanzialisierung natürlicher Lebensräume. (Infos: www.koo.at)
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