Deutsch-dänische Künstlerin lebt und arbeitet in Wien - Preisverleihung am 19. November im Erzbischöflichen Palais - Ausstellung im Wiener JesuitenFoyer ab 17. Dezember
Wien, 04.11.2026 (KAP) Der 46. "Msgr. Otto Mauer-Preis" für bildende Kunst geht an die deutsch-dänische Künstlerin Birke Gorm. Die in Wien lebende und arbeitende Künstlerin überzeugte die Jury mit ihren Skulpturen und Installationen, die Fragen nach gesellschaftlichen Wertordnungen, Arbeit und Geschlechterverhältnissen aufgreifen, hieß es in einer Aussendung des Otto Mauer Fonds am Mittwoch. Der Preis wird am 19. November um 19.30 Uhr von Generalvikar Andreas Kaiser im Erzbischöflichen Palais in Wien verliehen. Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien und erstmals Vorsitzende der Jury, wird die Preisträgerin vorstellen.
Die Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten Ehrungen für junge Kunstschaffende in Österreich. Der Otto Mauer-Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Zudem ist er mit einer Ausstellung im Wiener JesuitenFoyer verbunden, die vom 17. Dezember 2026 bis 29. Jänner 2027 ausgewählte Arbeiten Gorms zeigt. Die Eröffnung findet am 16. Dezember statt. Im Interesse der Fortführung der Sammlung Otto Mauer im Dom Museum Wien wird der Otto Mauer Fonds außerdem eine repräsentative Arbeit der Künstlerin ankaufen.
In ihrer Begründung würdigte die Jury Gorms eigenständige skulpturale und installative Praxis, die künstlerischen und gesellschaftlichen Diskurs "auf innovative Weise verbindet". Aus einfachen, gebrauchten und vermeintlich wertlosen Materialien wie Jute, Karton, Treibholz, Tonscherben oder Metallfragmenten entwickle die Künstlerin Arbeiten, die kapitalistische Verwertungslogiken einer Wegwerfgesellschaft kontern.
Für Gorm seien ihre Materialien nicht neutrale Gestaltungsmittel, sondern Bedeutungsträger, "die dabei eine neue Wertschätzung erfahren, ohne ihre Hinfälligkeit und Prekarität zu verlieren". So würden traditionelle, häufig weiblich konnotierte Kulturtechniken wie Nähen, Weben und Flicken zu Verfahren einer kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Hierarchien, unsichtbarer Arbeit, Wertzuschreibungen und damit verbundenen Ökonomien, so das Urteil der Jury.
Der Jury unter Vorsitz von Schwanberg gehörten weiters die Künstlerin Iris Andraschek, die Otto Mauer-Preisträgerin 2024 Cäcilia Brown, der freie Kurator Rainer Fuchs, der Kurator und Kunstkritiker Klaus Speidel sowie Luisa Ziaja, Chefkuratorin des Belvedere, an.
Der kirchliche Otto Mauer Fonds vergibt die Auszeichnung in Weiterführung des Anliegens von Monsignore Otto Mauer (1907-1973), der sich als Priester und Kunstförderer intensiv für zeitgenössische Kunst und die Unterstützung junger Kunstschaffender eingesetzt hat. Bisherige Preisträger wie Erwin Wurm, Franz West, Peter Kogler, Heimo Zobernig, Brigitte Kowanz, Esther Stocker oder Belinda Kazeem-Kaminski haben die österreichische Gegenwartskunst entscheidend geprägt. 2025 ging der Preis an den in Regensburg geborenen und in Wien lebenden und arbeitenden Künstler Nadim Vardag.