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Steiermark: Schulbrüder schließen Niederlassung in Schloss Laubegg

04.11.2026 11:17
Österreich/Kirche/Immobilien/Geschichte/Orden/Schulbrüder
Kloster war über viele Jahrzehnte wichtiger Ausbildungsstandort für den Ordensnachwuchs
Graz, 04.11.2026 (KAP) Nach 94 Jahren nimmt der Orden der Schulbrüder Abschied von Schloss Laubegg in der Südsteiermark (Bezirk Leibnitz). Das Kloster war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Ausbildungsstandort für den Ordensnachwuchs, nun verlassen auch die letzten beiden Ordensmänner das Kloster. Mit einem Festgottesdienst und zahlreichen Gästen aus Kirche, Orden, Politik und Bevölkerung wurde der Abschied begangen und den Ordensleuten für ihr Wirken gedankt, wie die Lokalzeitung "MeinBezirk" berichtete.

Die Geschichte der Schulbrüder in Laubegg begann 1932, als der Orden das Schloss erwarb. Zwar konnte die ursprünglich geplante Internatsschule aus wirtschaftlichen Gründen nicht verwirklicht werden, doch entwickelte sich Schloss Laubegg rasch zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum des Ordens in Österreich. Mit der Verlegung des Noviziats von Wien-Strebersdorf nach Laubegg 1934 wurde das neu gegründete Kloster "Maria Laubegg" zu einem zentralen Ort der Ordensausbildung. Zahlreiche junge Männer wurden hier auf ihre Aufgaben als Schulbrüder vorbereitet. Das geistliche Leben, die Ausbildung und die enge Verbundenheit mit der Bevölkerung prägten über Jahrzehnte den Alltag auf dem Schloss.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Schloss enteignet und von den Nationalsozialisten genutzt. Die Ordensgemeinschaft musste ihre Tätigkeit weitgehend einstellen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten die Brüder jedoch zurück und bauten Schloss und Kloster mit großem Engagement wieder auf.

Ab 1948 wurde das Noviziat wieder aufgenommen und bis 1980 blieb Laubegg ein wichtiger Ausbildungsstandort für den Ordensnachwuchs. Darüber hinaus entwickelte sich das Schloss zu einem beliebten Ort für Schullandwochen, Exerzitien, Fortbildungen, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen.

Mit dem Rückgang der Ordensberufungen änderte sich im Laufe der Jahre die Nutzung des Schlosses. Das Noviziat wurde 1989 verlegt, Laubegg blieb aber weiterhin Lebensmittelpunkt vieler Ordensbrüder. Auch nach dem Verkauf von Schloss und Liegenschaften an das Steirische Rote Kreuz im Jahr 2002 blieb die Niederlassung bestehen.

Dankbarkeit und Abschied

Im Mittelpunkt der Feier stand die Verabschiedung von Direktor Bruder Werner Flatz und Bruder Johannes Walles sowie die Würdigung ihres jahrzehntelangen Wirkens. In persönlichen Worten erinnerte Bürgermeister Manfred Sunko an die große Bedeutung der Schulbrüder für die Gemeinde und die gesamte Region. "Die einzige Konstante in unserem Leben ist die Veränderung", betonte er. Mit dem Abschied der letzten Ordensbrüder gehe eine beinahe hundertjährige Geschichte zu Ende, deren Spuren jedoch dauerhaft sichtbar bleiben würden. Als Zeichen des Dankes für ihr Wirken überreichte er den Brüdern ein Erinnerungsbild.
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