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Diakonie verbindet Medizin und Sozialarbeit in sechs Zentren

05.11.2026 12:41
Österreich/Hilfsorganisation/Medizin/Sozialfürsorge
Umfassendes Angebot in Primärversorgungszentren in Tirol, Steiermark und Kärnten sollen gesundheitliche und soziale Probleme gemeinsam in den Blick nehmen
Graz/Innsbruck/Klagenfurt, 05.11.2026 (KAP) Medizinische Versorgung mit Therapie, Pflege und psychosozialer Unterstützung unter einem Dach bietet die Diakonie in sechs Primärversorgungszentren in Tirol, der Steiermark und Kärnten. Ziel sei es, gesundheitliche und soziale Probleme gemeinsam in den Blick zu nehmen und Menschen wohnortnah zu unterstützen, teilte die Hilfsorganisation der evangelischen Kirche am Donnerstag mit.

"Gesundheit darf nicht davon abhängen, ob jemand die richtigen Kontakte hat, sich im Versorgungssystem auskennt oder mehrere Wege auf sich nehmen kann", erklärte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Der Anspruch sei, dass Menschen dort Hilfe finden, wo sie leben - "und zwar medizinisch, therapeutisch und psychosozial".

In den Zentren arbeiten Kassenärztinnen, Pflege- und Sozialberater, Diätologen, Ergo- und Physiotherapeutinnen sowie Fachkräfte für Psychologie und Psychotherapie zusammen. Die Angebote sind laut Diakonie mit der E-Card zugänglich. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen könnten auch psychische Belastungen, Einsamkeit oder finanzielle Schwierigkeiten berücksichtigt werden.

"Eine Erkrankung kommt selten allein", betonte Moser. Wer etwa unter anhaltenden Beschwerden leide und zugleich mit Einsamkeit, finanziellen Sorgen oder psychischen Belastungen zu kämpfen habe, brauche aufeinander abgestimmte Angebote. Die Zentren sollten Menschen zudem möglichst früh erreichen, bevor sich gesundheitliche oder soziale Probleme verschärften.

Ein Ansatz dabei ist das sogenannte "Social Prescribing" (soziale Verschreibung). Dabei vermitteln Ärzte Patienten bei sozialen oder psychosozialen Problemen gezielt an passende regionale Angebote weiter. "Wir sind es gewohnt, zwischen Cure und Care, Medizin und Sozialem zu unterscheiden. Wir müssen das aber zusammendenken", so Moser. Einsamkeit, Geldsorgen, familiäre Probleme oder Überforderung bei der Pflege Angehöriger könnten ebenfalls krank machen.

Das ursprünglich aus Großbritannien stammende Konzept wird in Österreich seit 2021 im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung erprobt. Bisherige Erfahrungen zeigen laut Diakonie, dass 85 Prozent der Patienten an regionale Angebote weitervermittelt werden konnten. Ebenfalls 85 Prozent berichteten von subjektiven Verbesserungen, 86 Prozent würden das Angebot weiterempfehlen.
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