Nach Midterms: Parolin hofft auf "Weg des Miteinanders" in den USA
05.11.202612:20
USA/Vatikan/Wahl/Diplomatie/Kirche/Politik
Chefdiplomat des Papstes: "Hoffen wir, dass Vernunft und gesunder Menschenverstand die Oberhand gewinnen"
Rom, 05.11.2026 (KAP) Vatikan-Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hofft nach den Zwischenwahlen in den USA auf einen "Weg des Miteinanders" zum Wohl des Landes. Dass die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses errungen haben, lasse definitiv Veränderungen erhoffen, sagte der Chefdiplomat des Papstes am Donnerstag vor Journalisten in Rom. "Hoffen wir, dass Vernunft und gesunder Menschenverstand die Oberhand gewinnen."
Ob sich durch die neuen Machtverhältnisse in den USA auch die Friedensdiplomatie verändern wird, sei derzeit sehr schwer vorherzusagen, so die vatikanische Nummer Zwei. Aber: "Wir wünschen uns schon lange - und tun alles in unserer Macht Stehende -, dass das überaus schmerzhafte Kapitel in der Ukraine sowie viele andere Konflikte auf der Welt beendet werden."
Briefwahl eines Papstes "noch nie vorgekommen"
Leo XIV., erster gebürtiger US-Amerikaner im Papstamt, hatte vergangene Woche überraschend mitgeteilt, dass er bei den Midterms per Briefwahl mitwählen werde. "Meines Wissens nach ist so etwas noch nie zuvor vorgekommen - weder unter den italienischen noch unter den Päpsten aus Polen oder Deutschland", so Parolin. Jedoch sei der als Robert Francis Prevost in Chicago geborene Papst nach wie vor US-Staatsbürger - "und daher hat er jedes Recht dazu".