Wiener Generalvikar Kaiser nach Solidaritätsbesuch im Zedernstaat: Wollen gute Kontakte und Hilfe für den Libanon auch in Zukunft fortsetzen
Beirut/Wien, 05.11.2026 (KAP) Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Afrem II. hat an seinem Amtssitz in Atchaneh eine Delegation der Erzdiözese Wien empfangen, die sich zu einem Solidaritätsbesuch im Libanon aufhielt. Dabei dankte der Patriarch für die finanzielle Unterstützung, die direkt bei den Hilfsbedürftigen ankommt. Ebenso notwendig seien aber auch das Gebet und persönliche Besuche. "Eure Anwesenheit zeigt uns, dass wir nicht vergessen sind", so der Patriarch in Richtung der Delegation, die vom Wiener Generalvikar Andreas Kaiser geleitet wurde. Die Christen im Nahen Osten müssten spüren, "dass sie nicht allein sind, dass es auch in Europa Menschen und Kirchen gibt, denen ihr Überleben nicht egal ist und die zu uns kommen, um ihre Verbundenheit auch vor Ort zu zeigen", so Patriarch Afrem.
Die Delegation überbrachte im Libanon Hilfsgelder, die zuletzt im Rahmen einer Spendenaktion der Pfarre Baden-St. Stephan und weiterer Pfarren gesammelt wurden. Erzbischof Josef Grünwidl hatte die Aktion unterstützt. Der Delegation gehörten neben Generalvikar Kaiser der Nahost-Berater von Erzbischof Gründwidl und Kardinal Christoph Schönborn, Manuel Baghdi, und der Pressesprecher der Erzdiözese, Benedikt Neumayer, an. Bei der Begegnung mit Patriarch Afrem war auch Österreichs Botschafterin im Libanon, Franziska Honsowitz-Friessnigg, mit dabei.
Die Wiener Delegation besuchte im Libanon zentrale christliche Orten wie das Kloster Saint-Maroun von Annaya, wo sich das Grab des libanesischen Nationalheiligen Charbel Makhlouf befindet. Im kirchlichen Schulzentrum in Ajeltoun, das von Barmherzigen Schwestern geleitet wird, feierte Generalvikar Kaiser mit den Ordensfrauen, Kindern und Lehrenden einen Gottesdienst. Im Schulzentrum werden über 240 Schülerinnen und Schüler aus den ärmsten Gesellschaftsschichten unterrichtet und versorgt. Darunter sind auch einige Waisenkinder, die im angeschlossenen Internat der Ordensfrauen ganzjährig Unterkunft finden.
Hyperinflation, stark steigende Energie- und Lebensmittelpreise und das Ausbleiben zugesagter finanzieller Mittel durch den libanesischen Staat, der zumindest für die Gehälter des Lehrpersonals aufkommen sollte, sorgten für einen steten Überlebenskampf, berichteten Oberin Zahia Frangie und die ehrenamtliche Koordinatorin Marie Ghia der Wiener Delegation. Umso mehr wirkten finanzielle Beiträge und die langfristige Unterstützung, die aus der Erzdiözese Wien ihren Weg in den Libanon finden.
Generalvikar Kaiser zeigte sich im Anschluss an den Besuch beeindruckt vom Lebensmut und Stolz der Menschen, die trotz aller Probleme versuchten, ihr Land voranzubringen. Die Erzdiözese habe in den Libanon und weitere Länder des Nahen Ostens seit vielen Jahren gute Kontakte und sei u.a. auch in Form von Hilfsprojekten präsent. Diese gelebte Solidarität, die unter Kardinal Schönborn begann, wolle man auch künftig weiter pflegen, betonte Kaiser. Besonders beeindruckt zeigte sich der Wiener Generalvikar vom Besuch in Ajeltoun. Einmal mehr sei deutlich geworden, dass Bildung der wichtigste Hebel für ein Leben mit guten Zukunftsperspektiven sei.