Grünwidl: Menschlichkeit im öffentlichen Dienst zentral
05.11.202616:31
Österreich/Kirche/Politik/Grünwidl
Erste ressortübergreifende Gedenkmesse für Verstorbene des öffentlichen Dienstes - Wiener Erzbischof: Bedienstete als menschliches Antlitz des Staates
Wien, 05.11.2026 (KAP) Im Zeichen des gemeinsamen Gedenkens an verstorbene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Bundesdienstes fand am Mittwochabend erstmals eine ressortübergreifende Gedenkmesse in der Wiener Michaelerkirche statt. Dem Gottesdienst stand der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl vor. Unter den Teilnehmenden befanden sich Generalsekretäre, Führungskräfte sowie Bedienstete verschiedener österreichischer Bundesministerien. In seiner Predigt stellte Erzbischof Grünwidl die Bedeutung der Menschlichkeit im öffentlichen Dienst in den Mittelpunkt. Die Bediensteten seien das menschliche Antlitz des Staates, sagte er. Gerade durch ihr tägliches Handeln und den unmittelbaren Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern werde der Staat als menschliche Institution erfahrbar.
"Jesus lädt uns alle dazu ein, das System mit Empathie und Menschlichkeit auszufüllen. In Ihrem Dienst geben Vorschriften den Rahmen vor. Ihre Haltung füllt diesen Rahmen mit Leben. Der Ton macht die Musik. Sie sind im öffentlichen Dienst das menschliche Gesicht des Staates", betonte Grünwidl in Richtung der Mitarbeitenden in den Ministerien. Es komme nicht allein auf die Erfüllung gesetzlicher und administrativer Aufgaben an, sondern ebenso auf einen respektvollen und menschlichen Umgang miteinander.
Gemeinsame Verantwortung
Der Vorsitzende des ressortübergreifenden Organisationskomitees, Michael Ulrich vom Bundeskanzleramt, unterstrich in seinem Dankeswort die generationenübergreifende Verantwortung des öffentlichen Dienstes. "Der öffentliche Dienst ist weit mehr als die Summe seiner Aufgaben, Zuständigkeiten und Institutionen. Er ist Ausdruck einer gemeinsamen Verantwortung für unser Gemeinwesen - einer Verantwortung, die nicht von Strukturen allein, sondern vor allem von Menschen getragen wird", so Ulrich.
Die Gedenkmesse solle zugleich an jene Menschen erinnern, deren berufliches Wirken häufig abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit stattgefunden habe. "Keine Institution beginnt mit unserer Generation. Wir übernehmen Aufgaben, Strukturen und Verantwortung von jenen, die vor uns gewirkt haben, und werden sie eines Tages an jene weitergeben, die nach uns kommen", betonte Ulrich.
Initiative mit kirchlicher Begleitung
Die Gedenkmesse wurde von einem ressortübergreifenden Organisationskomitee unter Federführung des Bundeskanzleramtes gemeinsam mit Vertretern des Außen- und Wirtschaftsministeriums initiiert und organisiert. Neben Erzbischof Grünwidl wirkten weitere Geistliche an der Feier mit. Im Anschluss wurde im Rahmen eines Totengedenkens ein Kranz zu Ehren der verstorbenen Bediensteten des öffentlichen Dienstes niedergelegt.
Die Gedenkmesse soll künftig zu einer festen Tradition im öffentlichen Dienst werden. Eine Fortsetzung ist bereits für 2027 im zeitlichen Umfeld von Allerheiligen und Allerseelen vorgesehen. Ziel der Initiative ist es, über Ressort- und Hierarchiegrenzen hinweg einen gemeinsamen Rahmen für Erinnerung, Dankbarkeit und Besinnung zu schaffen und damit zugleich den Zusammenhalt innerhalb des öffentlichen Dienstes zu stärken.