Katholische Bischofskonferenz macht sich in Erklärung nach Vollversammlung auch für Arbeitnehmerschutz und arbeitsfreien Sonntag stark
Sarajevo, 06.11.2026 (KAP) Für mehr soziale Gerechtigkeit, politische Gleichberechtigung und den Schutz von Arbeitnehmerrechten treten die katholischen Bischöfe in Bosnien-Herzegowina ein. Wie das Nachrichtenportal Vatican News am Freitag berichtet, standen die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Landes im Mittelpunkt der dieswöchigen Beratungen der Bischofskonferenz unter Vorsitz von Erzbischof Tomo Vuksic. An der Vollversammlung in Sarajevo nahmen auch Gäste aus dem Ausland teil, darunter als Vertreter Österreichs der emeritierte St. Pöltner Bischof Klaus Küng.
Mit Blick auf die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Oktober begrüßten die Bischöfe laut einer Mitteilung die Wahl "legitimer Vertreter" des kroatischen Volkes. Zugleich forderten sie gerechte gesetzliche Regeln, die allen Volksgruppen dauerhaft ermöglichen, ihre politischen Vertreter selbst zu wählen. Dies stärke die politische Gleichberechtigung, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stabilität des ethnisch vielfältigen Staates.
Hintergrund ist die Wahl von Darijana Filipovic zum kroatischen Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina. Ihrem Vorgänger Zeljko Komsic hatten auch Kirchenvertreter wiederholt vorgeworfen, dass ihn die Mehrheit der kroatischen Wähler nicht unterstütze.
Die Bischöfe befassten sich auch mit der sozialen Lage im Land und äußerten sich zur Debatte um geltenden Regeln zum Schutz von Arbeitnehmern und eine Lockerung des erst seit 2024 geltenden Sonntagsöffnungsverbots im Handel. Nicht die Profitinteressen großer Handelsketten, sondern die Würde des Menschen, faire Arbeitsbedingungen und das Wohl der Familien müssten bei politischen Entscheidungen im Vordergrund stehen. Besonders Frauen und Familien mit Kindern benötigten Schutz, Sicherheit und ausreichend Zeit für das Familienleben.
Zudem pochten die Bischöfe auf die Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften. Sie kritisierten administrative Hürden beim Bau und bei der Renovierung katholischer Kirchen und anderer religiöser Gebäude.
Ein weiteres Thema war die Vermittlung des christlichen Glaubens in einer sich wandelnden Gesellschaft. Dabei betonten die Bischöfe die Bedeutung einer zeitgemäßen Verkündigung und einer stärkeren gesellschaftlichen Präsenz der Kirche.