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Papst Leo XIV. bei Rede in Montevideo
Papstreise
Bild Copyright: © Vatican Media

Papst wirbt in Uruguay um neues Vertrauen in die Kirche

06.11.2026 22:52
Uruguay/Papst/Regierung/Diplomatie/Kirche/Gesellschaft
Der elftägige Besuch von Leo XIV. in Lateinamerika beginnt in dem Land, dessen Bevölkerung so religionslos ist wie keine anderes auf dem Kontinent
Montevideo, 06.11.2026 (KAP) Zum Beginn seines Lateinamerika-Besuchs hat Papst Leo XIV. um neues Vertrauen in die katholische Kirche geworben. Die Kirche wolle mit all jenen zusammenarbeiten, die sich für das Gemeinwohl und die Würde eines jeden Menschen einsetzen, sagte er in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Leo XIV. begann dort am Freitag ein Besuchsprogramm, das in elf Tagen auch nach Argentinien und Peru führt. Uruguay gilt als der am stärksten säkularisierte Staat Südamerikas. Knapp die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als religionslos.

Präsident Yamandú Orsi hieß den Papst auf der Plaza Independencia in der Hauptstadt offiziell willkommen. Orsi nannte den Besuch einen Anlass, sich auf gemeinsame Werte und auf die Sorge um das Gemeinwohl zu besinnen. Der Staat könne nicht alle Aufgaben allein leisten, sagte der Präsident. Orsi, der selbst keiner Religionsgemeinschaft angehört, lobte die Rolle der katholischen Kirche auf dem Feld des Sozialen und hob zugleich die gesellschaftliche Pluralität hervor. Zum Empfang waren zehntausende Besucher gekommen.

Leo XIV. betonte in seiner Rede vor Regierungsvertretern und Diplomaten, ungeachtet des säkularen Charakter des Staates dürfe niemand gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln. Ebenso dürfe man niemand daran hindern, auch im öffentlichen Raum Gewissensentscheidungen zu folgen. Die Neutralität des Staates verlange nicht, dass Religion sich auf den privaten Bereich beschränken müsse.

Leo XIV. würdigte die Rolle des kleinen Uruguay im südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur. In einer Zeit, in der Differenzen leicht zu Gründen für Konflikte würden, stelle das beharrliche Festhalten an der Achtung des Rechts, an Verhandlungen und an der geduldigen Suche nach Einigung einen Dienst dar, den Uruguay seinen Nachbarländern erweisen könne, sagte der Papst. Präsident Orsi hat derzeit den Vorsitz der Mercosur-Staaten. Weiter lobte der Leo XIV. die ambitionierte Energiewende Uruguays hin zu erneuerbaren Energien.

In Zusammenhang mit der Geburtenentwicklung in Uruguay mahnte Leo XIV. den Schutz ungeborener Kinder und Unterstützung für Familien an. "Wer noch nicht geboren ist, gehört bereits zur Menschheitsfamilie und zur Zukunft seines Volkes", sagte der Papst. Er äußerte auch Sorge über die Suizidrate, die zu den höchsten in Lateinamerika gehört. Weiter nannte er es die Verantwortung der Gesellschaft, die Gesundheitsfürsorge jedem Menschen unabhängig von seinen finanziellen Mitteln zugänglich zu machen.

Dabei betonte der Papst, die Kirche wolle mit allen zusammenarbeiten, die sich für Linderung von Leid einsetzten. Zu dieser gemeinsamen Aufgabe trage sie das bei, "was ihr eigen ist: eine Hoffnung, die nicht erlischt, wenn die menschlichen Mittel an ihre Grenzen stoßen". Auch erinnere sie an den Sinn und den Wert des Lebens.

Am Abend wollte Leo XIV. in der Kathedrale von Montevideo ein Abendgebet mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten halten. Am Samstag setzt er sein Programm mit einem Besuch in der Stadt Paysandú an der Grenze zu Argentinien fort.

(Offizielle Website zum Papstbesuch in Uruguay: https://papaleonuruguay.uy)

(Laufend aktualisiertes Kathpress-Themenpaket mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Papstreise unter www.kathpress.at/Papst-Leo-in-Suedamerika)
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