Lutherischer Bischof aus Palästina: "Treten Sie ein für Gerechtigkeit"
07.11.202611:41
Deutschland/Kirche/Konflikte/Evangelische
Imad Mousa Haddad bei Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Würzburg: "Wir haben schon Generationen an den Hass verloren"
Würzburg, 07.11.2026 (KAP/KNA) Christen in Deutschland sollten im Nahost-Konflikt aus Sicht eines örtlichen Kirchenführers weder die Seite Israels noch die der Palästinenser einnehmen. "Treten Sie ein für Gerechtigkeit, für Frieden, für das Leben und die Menschenwürde für Israelis und Palästinenser gleichermaßen", sagte der Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, Imad Mousa Haddad, am Samstag in Würzburg.
Er äußerte sich vor der dort tagenden Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Haddads Kirche besteht aus rund 2.000 palästinensischen Christen, die sich in sechs Gemeinden in Jordanien, in Jerusalem und im Westjordanland zum Gottesdienst versammeln.
In seinem Grußwort verzichtete der seit Januar amtierende Bischof auf kontroverse Formulierungen, "um den Frieden der Tagung nicht zu stören". Er selbst könne aber nicht schweigen, etwa zu den täglichen Attacken jüdischer Siedler auf palästinensische Zivilisten. Bauern würden gehindert, ihre Oliven zu ernten. Ernten würden gestohlen, Lehrer steckten auf dem Weg zu Schulen endlose Stunden an Kontrollpunkten fest. "Wir haben schon Generationen an den Hass verloren", sagte Haddad. "Ich fürchte, dass wir nun noch eine weitere Generation verlieren."