Ehemalige Pfarrkirche Petrus Canisius verbindet Klettersport und Spiritualität - Bischof Glettler segnete neue Halle in Anwesenheit von Kletter-Weltmeister Schubert
Innsbruck, 08.11.2026 (KAP) In der ehemaligen Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck hat am Samstag eine Boulderhalle eröffnet, die Sport, Begegnung und Seelsorge verbinden soll. Auf 600 Quadratmetern wurden Trainingsgeräte in die bestehende Architektur des Kirchenraums installiert. Die Pfarre und die Seelsorge bleiben am Standort bestehen, wie die Diözese Innsbruck mitteilte. "Es bleibt ein spiritueller Ort, eine spirituelle Tankstelle", betonte Bischof Hermann Glettler bei der Segnung der Halle. Der Altar behaupte sich weiterhin in der Mitte - "er bildet die Mitte", so Glettler. Die Fürbitten wurden zum Einstand von Kletternden vorgetragen. An die 250 Personen nahmen an der Eröffnung teil, wie die Tiroler Tageszeitung am Sonntag berichtete. Darunter auch der sechsfache Kletter-Weltmeister Jakob Schubert.
Das Kreuz in der Mitte sei eine Einladung an alle Menschen, "auch jene, die kaum etwas von unserem Glauben wissen", schrieb Glettler auf seinem Instagram-Kanal. Die Halle solle ein Ort werden, an dem Menschen einander Halt geben - "im übertragenen wie im wörtlichen Sinn". In der Halle sollen Menschen einander ohne Vorurteile begegnen, ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erfahren, betonte Glettler. Jahrzehntelang sei der Raum ausschließlich ein Ort des Gebets gewesen und die Gebete der Menschen, die dem Haus eingeschrieben seien, würden nicht verloren gehen. "Dieser Segen trägt uns hinein in das, was jetzt Neues entstehen darf", so der Bischof, der am Sonntagabend eine Heilige Messe in der Boulderhalle feiert.
Geplant ist, jeden Sonntagabend einen Gottesdienst inmitten der Boulderanlage zu feiern. Einmal im Monat will Glettler selbst einer Messe vorstehen. Weitere Gottesdienste sind als Taizé-Gebet oder mit internationalen Schwerpunkten, etwa mit Worship und Bibel, vorgesehen.
Der Glaube versetze in Innsbruck Berge, erklärte Innsbrucks Bürgermeistern Johannes Anzengruber. Dafür brauche es Mut. Der Ort sei nun geöffnet für die ganze Bevölkerung und damit komme die Kirche weiterhin ihrer Aufgabe nach, Begegnungsorte zu schaffen. Zunächst habe er gedacht, es handle sich um einen Scherz, als er das erste Mal vom Projekt hörte, sagte Sportlandesrat Philipp Wohlgemut. "Doch je mehr ich darüber nachdenke desto mehr Verbindung von Kirche, Sport und Bouldern kann ich erkennen", so Wohlgemut. Immer gehe es darum, Halt zu geben.
Umgesetzt wird das Projekt in Zusammenarbeit zwischen der Steinblock IBK GmbH, der Diözese Innsbruck und der Stadt Innsbruck. Die Boulderhalle ist Teil einer umfassenderen Neugestaltung der rund 7.000 Quadratmeter großen Arthur-Haidl-Promenade als Spiel- und Freizeitanlage am Inn.